Eltern von Kindergartenkindern wissen, welche gerade «in» sind. Eltern von Grundschülern wissen, welche bereits wieder «out» sind: Comicfiguren sind Lebensabschnittsgefährten von Kindergärtlern. Kurz nach Schulanfang beginnt die Beziehung zu kriseln, und die Figur wird aus dem Leben verbannt. Dann sind die Eltern froh, wenn sie es bloss in Form von Spielzeug ins Zimmer ihrer Sprösslinge geschafft hat und nicht als Teppich- oder Lampensujet.

Im Leben von Kindern gibt es viele solche Lebensabschnittsgefährten. Sie alle wollen im Kinderzimmer Platz finden. Damit nicht jede neue Beziehung eine Renovierung mit sich bringt, sollte die Raumgestaltung von Anfang an gut überlegt sein.

Mit der Deko darf man sparsam beginnen
Es gilt zu entscheiden, welche Stücke von dauerhaftem Wert sein sollen und wo eine preiswerte Alternative ausreicht. So gibt es Betten und Hochstühle, die umgebaut werden können und ein ganzes Kinderleben mitwachsen. Ist das Kind schliesslich doch zu gross dafür, lassen sie sich demontiert für die nächste Generation aufbewahren. In solchen Fällen rentiert ein höherer Preis. Für Neuware spricht, dass sie den derzeit gängigen Normen für Kinderzimmermöbel entsprechen muss, das heisst schadstoffarm ist. Trotzdem empfiehlt es sich, neue Möbel und Textilien nicht direkt ins Kinderzimmer zu stellen, sondern sie ein paar Tage an einem luftigen Ort ausdünsten zu lassen.

Wer nicht das nötige Geld hat, investiert bei allen grösseren Anschaffungen am besten in schlichtes Mobiliar. Das lässt sich notfalls nach ein paar Jahren mit Farbe aufpeppen. Wenn es unbedingt ein ungewöhnliches Bett sein soll: Bei Ebay wird man auch oft fündig. Das grosse Angebot zeigt aber auch, dass solche Betten nur eine kurze Verweildauer im Kinderzimmer haben. Eine günstige Alternative zu Neuware sind gebrauchte Kommoden und Schränke aus dem eigenen Fundus, der Brockenstube oder von Ebay. Sie lassen sich einfach mit Tafellack oder Magnetfarbe modernisieren. Bearbeitet man alte Möbelstücke, sollten Kleber und Farben möglichst umweltfreundlich und auf Wasserbasis hergestellt sein.

Mit der Deko darf man sparsam beginnen. Den rosa Meitli-Traum aus Möbelhausprospekten kann man getrost ignorieren. Kinder haben keine angeborene Vorliebe für niedliche Sujets und Pastellfarben, sie sind neugierig auf alles. Lavalampen, Leuchtgloben, Papierlaternen: Ausgemusterte Stücke der Eltern feiern ein Revival im Kinderzimmer - bei krabbelnden und aktiven Kindern selbstverständlich ausser Reichweite aufgestellt oder sicher montiert.

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Bereits Dreijährige haben klare Vorlieben
Es braucht nicht viel, um die Phantasie der Kleinen zu beflügeln. Ein paar von der Decke gespannte schöne Tücher oder Spitzengardinen aus dem Brocki verwandeln ein schlichtes Bett rasch in einen Prinzessinnentraum. Wenn es unbedingt rosa sein muss: Ein Waschgang mit Textilfarbe schafft das gewünschte Ergebnis. Perfektion macht die Kleinen nicht glücklicher. Sie sind Meister im So-tun-als-ob. Mit Motivbettwäsche kann man momentane Interessen der Kinder berücksichtigen, ohne gleich den ganzen Raum zu renovieren. Und vielleicht macht der Nachwuchs dann auch gern sein Bett, damit die Spielkameraden sehen, wie cool seine Bettwäsche ist. Grossformatige Aufkleber für die Wand sind ebenfalls eine gute temporäre Dekoration. Aber Vorsicht: Manche kleben dauerhaft. Auf keinen Fall sollten Eltern ihre unerfüllten Kinderwünsche ausleben: Der Vater hat vielleicht von einer Ritterburg geträumt, sein Sprössling aber sässe viel lieber im Spaceshuttle; bereits Dreijährige haben klare Vorlieben und möchten mitreden.

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Weisse oder einfarbig helle Wände sind übrigens die beste Theaterbühne für Kinder - bunt wird das Zimmer durch die Schätze, die Mädchen und Knaben sammeln. Wem das zu öde ist, der schafft mit ein paar Bögen Geschenkpapier, einem schönen Stück Stoff oder Tapete schnell und preiswert immer wieder neue Wandbilder. Damit sie schnell wieder demontiert sind, kann man sie beispielsweise in grossformatigen Bilderrahmen aufhängen - oder einfach Metallclips an die Deko heften und sie mit Nägeln an die Wand pinnen. Auf Auslegeteppiche sollte man im Kinderzimmer möglichst verzichten. So schön weich der Untergrund ist: Irgendwann werden die kleinen Lieblinge Spuren hinterlassen. Als Alternative bieten sich Parkett, Laminat oder Linoleum an, mit einem weichen waschbaren Teppich als Krabbel- und Spielunterlage.

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Eine Landkarte als Anreiz zum Aufräume
Spätestens im Schulalter wird ein Tisch für Hausaufgaben und Basteleien fällig. Natürlich kann dafür auch der Esstisch herhalten, allerdings verlangen Kinder in diesem Alter nach mehr Privatsphäre. Höhenverstellbare Tische und Schreibtischstühle machen die Entwicklung der Kleinen zu Grossen mit. Eine alte, nicht mehr ansehnliche Tischplatte verwandelt man mit ein wenig handwerklichem Geschick zum Unikat, indem man sie zum Beispiel mit einer Landkarte beklebt und anschliessend mit Klarlack versiegelt. Die Motivoberfläche bringt vielleicht noch einen angenehmen Nebeneffekt mit sich: Der Reiz, den Tisch aufgeräumt zu hinterlassen, ist grösser; zumindest anfänglich, denn irgendwann sind alle Länder samt Hauptstädten erkundet - dann kommt ein neues Poster.

Im Kinderzimmer ist Platz das A und O: Platz zum Spielen und Platz für die Spielsachen. Denn Dinge, die keinen Platz haben, können auch nicht weggeräumt werden. Wie wärs mit einer kleinen Ausstellungsfläche für die Lieblingsstücke, während alle anderen Habseligkeiten in Schränke und Kisten ausser Sichtweite verbannt werden? Die Ausstellung kann aus einer einfachen Wäscheleine mit hübschen Klammern bestehen, an die Bilder und Basteleien geheftet werden. Oder einem schmalen Regalbrett über dem Bett, vielleicht mit Gardinenfransen oder Deko-Tesafilm verziert. Hier präsentiert das Kind, was gerade angesagt ist: Überraschungsei-Figürchen, Glitzersteine, Parfümfläschchen oder Plastikroboter.

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Spielsachen ins Fischernetz
Und wo landet, was gerade nicht so angesagt ist oder täglich gebraucht wird? Kleider, Playmobil, Fussball, Barbiepuppe? Nebst dem klassischen Schrank oder Regal sind dafür manchmal grosszügige Pauschallösungen geeignet. Denn natürlich kann man sein Kind dazu anhalten, jeden Abend die getragenen Kleider fein säuberlich über die Stuhllehne zu falten, den Fussball an sein Plätzchen zu legen, die Puppe ins Bett. Aber mal ehrlich: Welches Kind macht das gern, und welche Eltern möchten sich nicht die Nerven für die allabendliche Diskussion sparen? Hier hilft ein Korb für schmutzige Wäsche, in den alles reingeworfen wird. Für Spielsachen sind beispielsweise Fischernetze oder Schatztruhen, die mit einem Seil zur Decke hochgezogen werden, eine Idee. Und den Plunder von sportlichen Kids könnte ein Basketballkorb mit grossem Eimer darunter auffangen.

Ansonsten gibt es nur eines: Kisten, Kisten, Kisten - oder immer wieder ausmisten.

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