Na gut, wenn ich mit einer Tausendernote befreundet wäre, würde das etwas anders aussehen, denn sie könnte mich verteidigen. Sonst wird uns Eineuromünzen nicht sehr viel Respekt entgegengebracht. Unter uns gibt es ja nur noch die Cents, und die sind meistens Sklaven. Ich möchte am liebsten einem Abenteurer gehören, der mit mir um die ganze Welt reist, aber bitte nicht nach Paris! Wenn ich nämlich vom Eiffelturm fallen würde, hätte ich viele Bücke, und keiner möchte mich mehr haben. Einem Jugendlichen möchte ich auch nicht gehören, denn ich möchte schliesslich nicht auf ein Bahngleis gelegt werden, damit ich gleich gross wie eine Zweieuromünze werden würde und er mich dann bei einem Automaten gegen eine Cola tauschen könnte.

Ob ich gerne einem Frischverliebten gehören wollte, weiss ich nicht genau, er könnte mit mir eine Rose kaufen oder einen Ring, aber vielleicht würde er mich auch in einen Wunschbrunnen werfen, wenn seine Liebe nicht erwidert wird. Das würde mir gar nicht gefallen, dann würde ich alt und rostig wieder rauskommen. Der enttäuschte Frischverliebte könnte mich auch auf die Strasse werfen, wenn er wütend ist. Wenn ich in einem Portemonnaie wäre, bitte nicht in einem aus Leder, das stinkt nämlich. Am liebsten wäre ich in einem Fanportemonnaie vom FC Luzern neben zwei hübschen Zehnernoten. Auf keinen Fall möchte ich aber an einem Kebabstand im Stadion ausgegeben werden, weil dort die meisten Leute dreckige Finger haben. Dann wäre nämlich mein Traum, einmal als berühmte Abenteurermünze in einem Museum zu liegen, ausgeträumt.

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