Kugelrunde Bäuche tragen sie alle vor sich her, die neun Frauen. Sie sitzen auf Gymnastikbällen oder auf roten Matten am Boden und harren der Dinge, die da kommen. Im Mai oder Juni wird für sie alles anders, dann nämlich werden sie alle zum ersten Mal Mutter. «Ich erwarte vom Kurs, dass ich gut auf die Geburt vorbereitet werde. Eventuell wird die Sache dadurch leichter», sagt Jessica, 22. «Gut finde ich auch, dass es eine Führung durch den Gebärsaal gibt.»

Hat sie Angst vor dem grossen Tag? «Nein. Alle Frauen können gebären», stellt Jessica klar und lächelt. «Für den Notfall gibt es immer noch die Peridural-Anästhesie am Rücken­mark.» Damit bei der Geburt ihres Mädchens – Juliana soll es heissen – möglichst alles gut geht, nimmt die werdende Mama die Atemübungen in der Gruppe in Kauf.

Irritierte Gesichter

«Aaaaaaaaahhhh», atmen alle Schwangeren zugleich aus und rollen auf ihren Gymnastikbällen sitzend nach vorne. Und gleich nochmals: Einatmen, Becken nach vorne rollen und «Iiiiiihhh», ausatmen. Irritierte Gesichter, Gekicher. «Muss man solche Geräusche machen?», fragt eine Teilnehmerin halb belustigt, halb ernsthaft.

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Nein, muss man nicht. «Das bewusste Atmen entspannt den Beckenboden», erklärt die Kursleiterin Judith Eisenring. «Wenn Frauen Presswehen haben und stöhnen, können sie damit versuchen, den Schmerz in einen Laut zu leiten», erklärt die 46-Jährige, die seit acht Jahren Ge­burts­vorberei­tungs­kurse gibt. «Das hilft.»

Mitatmen tut auch Simone, 36. Sie erwartet neben einer guten Geburtsvorbereitung und Informationen rund ums Thema Baby einen Austausch mit anderen Schwangeren. Von allen Kursteilnehmerinnen hat sie den spätesten Geburtstermin. Im Juni wird es so weit sein. Ob Mädchen oder Bub, das weiss die blonde Frau nicht. «Namen haben wir für beide Geschlechter parat», sagt Si­mone. Verraten will sie aber noch nichts. «Das wird eine Überraschung.»

Eva zählt mit ihren 23 Jahren zu den jüngeren im Gymnastikraum. «Ich habe keine Ahnung von der Geburt», erzählt sie. «Ich habe noch keine Eltern in mei­nem Kollegenkreis, kann also noch nicht von den Erfahrungen anderer profitieren. Deshalb bin ich in diesem Kurs.» Am 31. Mai soll Amélie Julia das Licht der Welt erblicken. Ein zwar nicht ganz geplan­tes, aber dennoch freudig erwartetes Baby. «Mein Partner und ich sind überglücklich», strahlt die angehende Mama und Event-Managerin.

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Die 33-jährige Margaretha erwartet vom Kurs, dass sie erfährt, was auf sie zukommt. «Ich möchte Angst möglichst vermeiden», sagt die werdende Mama eines Mädchens. Illusionen macht sie sich keine. «Ich denke, die Geburt wird ziemlich anstrengend.»