Fische aus dem Garten brutzeln in der Pfanne. Nein, das sind keine Goldfische, sondern Bohnen, die wie kleine Fische zubereitet werden. Peixinhos da Horta heissen sie auf Portugiesisch. Am Kochherd steht Mariana Campos, 13, Tochter des portugiesischen Generalkonsuls in Zürich. «Peixinhos da Horta sind einfach zu kochen und sehr fein», sagt Mariana, die aus der portugiesischen Küche sonst vor allem das Nationalgericht Bacalhau, also Stockfisch, mag. Seit Herbst 2008 lebt sie in der Schweiz – dank portugiesischem Essen erlebt sie immer wieder ein Stück Heimat.

Für die Speise bereitet sie einen flüssi­gen Teig zu, taucht die Bohnen ein und frittiert sie. Sieht aus wie japanisches Tempura. «Ist es auch», sagt Mariana. «Tempura brach­ten die Portugiesen im 16. Jahrhundert nach Japan.» In Portugal steht das Wort Tempora für die Fastenzeit vor Ostern, in der man weder Fleisch noch Fisch ass und darum die Fischlein aus dem Garten kreierte.

Original japanische Küche mit «richti­gem» Fisch steht auch noch auf dem Programm: Sushi. Zubereitet vom achtjährigen Taiga Suzuki. Eins, zwei, drei – dreimal drücken muss er den Reis für die Nigiri-Sushi, dann ein dünn geschnittenes Stück Fisch drauf, nochmals drücken, fertig. Wer das selber schon mal zu machen versucht hat, staunt, wie einfach es in Taigas Händen aus­sieht. Das kommt nicht von ungefähr: Papa Jiro ist Sushi-Chef, und Taiga weiss schon heute: «Das will ich auch mal werden.»

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Feine Pizza ohne Käse

Von Japan geht es in den Nahen Osten. Lah­macun steht bei Haktan Yüksel auf dem Menüplan. Viele kennen dieses Gericht vom Take-Away-Stand, selber zubereitet ist es natürlich besser. Lahmacun ist quasi die türkische Pizza. Haktan verrät: «Ich mag Lahmacun sehr gern – genauso gern habe ich aber auch die italienische Pizza.» Weil die meisten wissen, wie man den Teig mit Mozzarella und Tomaten belegt, zeigt Haktan, wie «seine» Pizza zubereitet wird: einen Hefeteig hauchdünn auswallen. Mit einer Mischung aus Hackfleisch, Tomaten und Gewürzen bestreichen und ab in den Ofen. Fertig ist das schnelle Feriengericht.

Ob echter Fisch auf Sushi, «fal­scher» Fisch im Teig oder Pizza ohne Mozzarella: Ferienkost ist ganz einfach zuzu­bereiten. Wer zu Hause bleiben muss oder sich einfach so einen Hauch Feriengefühl gönnen will, der stelle sich am besten in die Küche. Und schon bald riecht es dort nach Sonne, Meer und Strand.

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Taiga Suzuki, 8

Japan: Sushi Nigiri und Sushi Maki

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Zutaten für 4 Personen:
  • 450 Gramm japanischer Reis
  • 90 Milliliter Sushi-Essig
  • 3 Blätter Nori (gepresste Algen)
  • 100 Gramm Thunfisch
  • 200 Gramm Lachsfisch
  • 100 Gramm Kingfisch
  • 1 Gurke
  • 1 Takuan (eingelegter Rettich)
  • Teelöffel Wasabi
  • 1 Deziliter Sojasauce
  • 4 Esslöffel Gari (eingelegter Ingwer)

Zubereitung:
  1. Reis waschen und kochen. Wenn er gar ist, in ein weites Gefäss geben.

  2. Sushi-Essig zum Reis geben. Einen ­flachen Sushi-Löffel (genannt Shamoji) durch den Reis ziehen (nicht umrühren). Nach 1 bis 2 Minuten den Reis befächern, damit er möglichst schnell abkühlt. Zu­decken und stehen lassen.

  3. Fisch in gleichmässige, dünne Tranchen schneiden. Gurke: Kerne entfernen und
    7 Millimeter dicke Stäbchen abschneiden. Vom Takuan ebenfalls 7 Millimeter dicke Stäbchen abschneiden.

  4. Maki-Sushi zubereiten: Sushi-Matte auslegen. Ein Nori quer halbieren. Eine Hälfte (mit der glatten Seite nach unten) auf die Sushi-Matte legen und zirka 4 Millimeter dick mit Reis bestreichen (Achtung: Am oberen Ende 2 bis 3 Zentimeter frei lassen). Ein Stäbchen Gurke oder Rettich aufs untere Ende legen. Satt einrollen. ­Nori-Rolle in 6 Stücke schneiden und auf Platte legen.

  5. Nigiri-Sushi zubereiten: Eine Schale mit Wasser bereitstellen. Hände anfeuchten und eine Portion Reis (zirka 2 Esslöffel) mit der rechten Hand greifen und dreimal in Form drücken. Ein Stück Fisch in die ­linke Hand nehmen und Reis darauflegen und umkehren. Gut andrücken und auf ­eine Schale legen. Hände wieder anfeuchten und weiteres Sushi zubereiten.

  6. Sushi mit Wasabi, Sojasauce und ein­gelegtem Ingwer servieren.
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Haktan Yüksel, 10

Türkei: Lahmacun

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Zutaten für 4 Personen (etwa 10 Stück):

Teig:

  • 500 Gramm Mehl
  • 3,5 Deziliter Wasser
  • 1 Teelöffel Salz
  • 1 Beutel Trockenhefe


Füllung:

  • 500 Gramm Hackfleisch (Lamm, Rind oder gemischt)
  • 1 Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Bund Petersilie
  • 4 Peperoni ­(kleine lange oder 1 bis 2 normale Peperoni)
  • 2 Tomaten
  • 2 Esslöffel Olivenöl
  • etwas Thymian
  • Pfeffer und scharfer Paprika
  • 1 Teelöffel Salz


Zum Auswallen:

  • 50 Gramm Mehl


Zubereitung:

  1. Teig: Mehl, Wasser, Salz und Hefe gut verkneten. (Achtung: Nicht alles Wasser aufs Mal beigeben, je nachdem braucht es auch weniger. Teig muss so weich wie das Ohrläppchen sein.) Zugedeckt mindestens eine Stunde gehen lassen.

  2. Füllung: Zwiebel, Knoblauch, Petersilie, Peperoni und Tomaten sehr fein hacken. Mit dem Fleisch und 2 Esslöffeln Olivenöl von Hand vermischen. Mit Thymian, Pfeffer, Paprika und Salz würzen.

  3. Backofen auf 220 Grad vorheizen.

  4. Teig in 10 gleich grosse Ballen aufteilen. Teigballen auf etwas Mehl auswallen (2 bis 3 Millimeter dick) und von Hand ganz dünn mit Füllung bestreichen. 10 Minuten im Ofen backen. Auf eine Platte geben und das nächste Lahmacun zubereiten.

  5. Lahmacun mit einem Zitronenschnitz und Salatblättern ­(Rucola, Kopfsalat) servieren.
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Mariana Campos, 13

Portugal: Peixinhos da Horta

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Zutaten für 4 Personen:
  • 12 Cocobohnen
  • 1 Zweig Pfefferminze

Teig:
  • 1 Ei
  • 100 Gramm Mehl
  • 1,25 Deziliter Wasser
  • 1⁄2 Teelöffel Salz

Zum Frittieren
  • 50 Gramm Mehl, 0,5 bis 1 Liter Öl

Zubereitung
:
  1. Ei verquirlen. Mehl, Wasser und Salz dazugeben und mixen. 30 Minuten ruhen lassen.

  2. Cocobohnen rüsten: mit dem Sparschäler seitliche Kanten schälen, Spitzen abschneiden.

  3. Bohnen und einen Zweig Pfefferminze mit heissem Wasser übergiessen, 5 Minuten ziehen lassen, Wasser abgiessen, Bohnen auf einem Küchentuch trocknen lassen.

  4. Öl in Pfanne (oder Fritteuse) erhitzen.

  5. 50 Gramm Mehl auf einen Teller geben. Bohnen darin wenden, durch den Teig ziehen und goldbraun frittieren. Nach zwei bis drei Minuten wenden. Auf Küchenpapier geben und abtupfen. Servieren.

Dazu passt Karottenreis (Arroz de Cenoura): 1 Karotte schälen und mit der Röstiraffel raffeln. Mit Olivenöl andünsten. 2 Tassen Reis dazugeben, kurz dünsten und mit 4 Tassen Wasser ­ablöschen. 1 Teelöffel Salz dazugeben. Köcheln und servieren.
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