Ein Lastwagen würde mich zu einem Kiosk transportieren. Dort würde ich in eine schöne blaue Gefriertruhe gelegt werden, wo auch andere Glaces mit verschiedensten Geschmacksrichtungen liegen würden. Allen würde es gut gehen. Doch weil immer mehr Eis in die Truhe käme, würde es immer enger werden. Die Truhe wäre so vollgestopft, dass der Besitzer die meisten Glaces - und somit auch mich - an einen Supermarkt verkaufen würde. Dort gäbe es dann einen riesigen Kühlschrank, in den alle reinpassen würden. Es ginge allen gut, doch bald würden auch Schinken und Poulets in den Kühlschrank gelegt werden. Schon wieder würde es keinen Platz mehr geben, und ich würde weitertransportiert, in einen Laden, der nur Kühlwaren verkauft. Der Laden würde «Rudis frische Kühlwaren» heissen, und alle Glaces würden Platz genug haben. Doch der Laden würde nur wenige Kunden haben, und er würde schnell bankrott sein. Er würde schliessen müssen, und alle Glaces würden verschenkt werden. Ich würde einer Mutter gegeben werden, die mich in ihrer Gefriertruhe verstauen würde. Ich würde fröhlich darin leben und mir ein Bett aus Eis machen und einen Sessel aus Schnee. Ich würde mich sehr wohl fühlen und noch süsser schmecken, so süss, dass ein Kind mich herausholen würde, mich auspacken würde und ganz tief an mir schnuppern würde, bevor es anfinge, mich zu essen.

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