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«Kinder-Cash»Sparen für Kinder ab vier Jahren

Der Umgang mit Geld will gelernt sein – je früher, desto besser. Neue Lehrmittel sprechen nun auch Knirpse an.

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Ein grosser Teil der Jugendlichen in der Schweiz hat seine Finanzen nicht im Griff: Gemäss einer Studie von 2007 sind mehr als ein Drittel aller 18- bis 24-Jährigen verschuldet, zehn Prozent stehen mit mehr als 2000 Franken in der Kreide. «Nicht weiter verwunderlich», sagt Unternehmer Daniel Wehrli. «Jugendliche sind einer Werbemaschinerie ausgesetzt, die in ihnen unzählige Bedürfnisse weckt, und niemand hat ihnen einen vernünftigen Umgang mit Geld beigebracht.»

Geld ist nicht gleich Geld

Wehrli hat daher «Kinder-Cash» lanciert, ein Lehrmittel, das bereits Kinder ab vier Jahren mit Geld vertraut machen soll. Kernstück ist ein durchsichtiges Sparschwein mit vier Einwurfsschlitzen und vier Geldfächern, beschriftet mit «Sparen», «Ausgeben», «Investieren» und «Gute Tat». Das Ziel: Geld soll für Kinder erlebbar werden. «Kinder sollen auf spielerische Weise erfahren, dass Geld vielfältig eingesetzt werden und wachsen kann», sagt Wehrli.

Ein Handbuch für Eltern und Lehrer, ein kindergerechtes Übungsheft und ein Malbuch ergänzen das Sparschwein. Wehrlis Vision: «Das Sparschwein soll Kinder während mehrerer Jahre begleiten und sie schrittweise in die Geldthematik einführen.»

Wehrli ist nicht der Einzige, der Kindern den Umgang mit Geld erklären will. Die Basler Fachstelle Plusminus gibt im Herbst «Potz Tuusig» heraus, ein Lehrbuch, das sich an Kindergärtler, Erst- und Zweitklässler richtet. «Finanzkompetenz muss früh vermittelt werden, schliesslich kommen Kinder auch schon früh mit Geld in Kontakt», sagt die Plusminus-Präventionsverantwortliche Eva Schätti. Dabei gehe es nicht darum, mit Erstklässlern ein Budget zu planen – sie sollen vielmehr lernen, dass das Geld nicht einfach aus dem Bancomaten kommt und dass Wünsche zuweilen auch warten können. «Kinder müssen gut abgefedert sein, damit sie auf die Verlockungen reagieren können, die als Teenager auf sie einprasseln.»

Das Wichtigste: Vormachen

Unterstützung erhalten diese Bemühungen vom Schweizerischen Bund für Elternbildung (SBE). «Eltern sind froh um erzieherische Hilfsmittel, denn in den vergangenen Jahren hat der Druck der Werbung auf Kinder drastisch zugenommen», sagt SBE-Geschäftsführerin Maya Mulle. «Markenkleider und Handys sind zum Teil schon für Achtjährige unheimlich wichtig geworden. Häufig überfordert das die Eltern.»

Jedoch reichten Hilfsmittel allein nicht aus, um Kindern einen vernünftigen Umgang mit Geld beizubringen, sagt Mulle. «Für Eltern ist es zwingend, dass sie mit ihren Kindern über Geld reden. Und dass sie selber vernünftig damit umgehen.»

Veröffentlicht am 31. August 2009