Lieber Dominik
Wasser erscheint zwar manchmal blau, bei geringen Wassermengen wie einer Pfütze oder einem Tropfen sieht man jedoch, dass es eigentlich farblos ist. Die Farbe eines Sees wird durch das Licht verursacht, das auf das Wasser fällt.

Schon im 17. Jahrhundert hat der englische Physiker Isaac Newton nachgewiesen, dass «weisses» Licht - zum Beispiel Sonnenlicht - aus unterschiedlichsten Farben wie Rot, Grün, Blau zusammengesetzt ist. Wenn nun weisses Sonnenlicht auf Wasser trifft, wird es - vereinfacht ausgedrückt - in diese verschiedenen Farben aufgespalten.

Wasser hat dabei die Eigenschaft, alle Farben des Lichts bis auf die blaue zu «verschlucken». Je länger die Strecke, die das Licht durch das Wasser zurücklegt, desto schwächer werden die roten und grünen Lichtanteile. Die blaue ­Farbe hingegen wird reflektiert, also ­zurückgeworfen. Deshalb wirkt das farblose Wasser blau - und je tiefer ein Gewässer, desto blauer.

Doch auch ein sehr tiefes Gewässer wie ein Meer muss nicht zwingend blau wirken. Das liegt an verschiedenen Pflanzen oder Materialien, die im Wasser enthalten sein können. So färben ­einige Algenarten das Wasser grün, andere wiederum produzieren eine rote Farbe - das Rote Meer vor Ägypten ist wahrscheinlich so zu seinem Namen ­gekommen. Treiben sehr viele Sandteilchen im Wasser, kann sich das Wasser gelb färben, wie im Gelben Meer vor China. Und Gletscherflüsse haben oft eine milchig weisse Färbung, wenn fein zerriebenes Gestein mitschwimmt.

Wasser kann also alle möglichen Farben annehmen, weil es selbst keine hat.

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