Liebe Kaja

Eine gute Frage. Die Auskunft ist jedenfalls weiblich, das erkennt man am Artikel – und daran, dass sie meistens recht hat und man sie oft anrufen muss. Aber das ist eine andere Geschichte. Zurück zum Thema: Auskünfte sind Angaben zu bestimmten Dingen oder Sachverhalten. Von Nachrichten und Mitteilungen unterscheidet sie aber, dass jemand nach ihnen gefragt hat – so wie du. Wenn dir also jemand etwas sagt, was du wissen wolltest, dann gibt er dir Auskunft.

Der Begriff Auskunft ist seit dem 17. Jahrhundert bekannt und bedeutete einmal «Ausweg». Der Wortteil «kunft» kommt von «kommen». Die Zukunft kommt auf dich zu; Einkünfte sind, was in die Kasse reinkommt, und die Auskunft kann dir eben helfen, aus einem Schlamassel herauszukommen. Das weiss ich übrigens von der Sprachauskunft. Der Begriff Auskunft bezeichnet nämlich nicht nur die Information selbst, sondern auch die Stelle, die sie dir mitteilt. Diese Stellen sind meist auf ein Thema spezialisiert: Es gibt die Rechtsauskunft bei der Anwaltskanzlei, die Fahrplanauskunft bei den SBB, die Aktenauskunft bei Behörden. Über ihr Fachgebiet wissen sie alles; über alles andere wissen sie meist nichts. Das Anwaltsbüro wird dir zum Beispiel nicht sagen können, wann und auf welchem Gleis der Extrazug an den Cupfinal fährt.

Das Hauptmerkmal der Auskunft als Information ist, dass sie Unwissenheit verkleinert. Es gibt ein paar Dinge, die du weisst, und ein paar Dinge mehr, von denen du nicht die leiseste Ahnung hast. Jede Auskunft sorgt dafür, dass in deiner Welt die einen ein bisschen mehr und die anderen ein bisschen weniger werden. So wie diese Zeilen hier: Dank dieser Auskunft weisst du künftig, was eine Auskunft ist.

Anzeige

Balz Ruchti

Quelle: Jupiterimages

Kaja, 6 Jahre