Medea, 12, und Elias, 10: «Meine allerschönste Briefmarke bewahre ich hier separat auf.»

Die Hologramm-Schnecke (1) gehört ­eigentlich Elias, aber ich bewahre sie für ihn auf. Eigentlich gehört die Schatzkiste ja beiden, aber ich verwalte sie. Denn bei Elias wären die beiden getrockneten Seepferdchen (2) längst kaputt. Es sind ein Weibchen und ein Männchen, wir haben sie aus Spanien. Der Zitronenfalter (3) ist tot und hat leider nur noch einen Flügel. Wir haben ihn draussen gefangen und in der Wohnung freigelassen. Leider ist er dann gestorben, obwohl wir extra ganz viele Blumen für ihn aufgestellt hatten. Die Schildkröte (4) ist aus Marokko, innen hohl und besonders schön. Und das da sind selbstgebastelte Chips-Päckli (5) für meine Stoffmäuse. Die 18 Muscheln (6) habe ich in Südfrankreich am Strand gesammelt. Die Eukalyptusblüten (7) sind von Korsika. Die haben ich und Elias zusammen gesammelt. Die Briefmarke (8) war ein Geschenk von meiner Patentante, es ist die allerschönste Briefmarke, die ich habe, deshalb bewahre ich sie hier separat auf. Ich mag auch sehr die selbstgeknetete Eidechse (9). Sie ­erinnert mich an die Eidechsen bei meiner Oma im Tessin. Dort fange ich jedes Jahr ganz viele Eidechsen. Das Weisse da sind Abdrücke von meinen Fingerkuppen (10) aus Wachs. Das Glasschwein (11) war ein Gratisgeschenk an der Epi-Chilbi. Und das, was aussieht wie Pfeilspitzen, sind irgendwelche Fruchtstände (12) von Bäumen am Walensee. Die Papierflagge (13) von Genf habe ich von Tante Marylene.

Quelle: Yoki van de Cream

Loris, 5: «Mir kann niemand etwas klauen.»

Mein grösster Schatz in meiner Piratenkiste ist das Geld: 28 Batzen (1). Ich spare auf ein Playmobil-Piratenschiff. Oder auf eine Ritterburg. Oder… ähm. Weiss nicht. Der Kris­tall ist kein Kristall, sondern ein Amethyst (2). Den habe ich aus dem Dino-Museum, hat Mami mir gekauft. Als ich den bekommen habe, wusste ich sofort: Der kommt in meine Schatzkiste. Die kann ich nämlich abschliessen. So kann niemand etwas klauen, vor allem mein kleiner Bruder Sedrin nicht. Die Paua-Muschel (3) habe ich in Neuseeland selber gefunden. Am Strand. Das versteinerte Harz (4) ist auch von Neuseeland, von den Bäumen dort, die uh alt werden. 1000 Jahre oder so. Kauribäume heissen die, glaubs. Die Kette (5) habe ich von Omi. Wann ich die Kiste bekommen habe? Also zuerst war der Erste, dann der Zweite, Dritte, Vierte, Fünfte, dann waren Ferien, und dann habe ich sie bekommen. (Anmerkung der Mutter: «Er hat sie sich zu Weihnachten ­gewünscht.») Das Herz (6) hat mein Papi gefunden und mir geschenkt. Auf der einen Seite ist ein Gespenst drauf, auf der anderen Seite ein Skelett. Dann habe ich in meiner Kiste noch ein Römer-Männli (7), viele Edelsteine und Gold (8), also eigentlich sind es angemalte Steine und Bastel­perlen. Gefallen tun mir auch die Schlüssel­anhänger und die Ketteli (9) und so. Was mir noch fehlt, sind Gold und Diamanten. Vergraben werde ich meine Schatzkiste aber nie. Nicht wie die echten Piraten.

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Quelle: Yoki van de Cream

Tayfun, 16: «Das meiste ist irgendwie, irgendwo übrig geblieben – und hier gelandet.»

Ich finde es unnütz, Zeugs wegzuwerfen. Das meiste kann man irgendwann mal brauchen. Und dann wärs doof, wenn es nicht mehr da ist. So ist alles in der Piratenkiste gelandet, was ­irgendwie, irgendwo übrig geblieben ist – und mir gefallen hat. Zum Beispiel dieses platt gewalzte Spielzeugauto (1). Das habe ich in einem Sandkasten gefunden. Sieht doch geil aus! Das Nietenarmband (2) habe ich eine Zeitlang getragen. Eigentlich bin ich ja ein Punk. Den Glücksstein (3) habe ich von meiner Mutter. Sie sagte: «Wünsch dir etwas und leg ihn unters Kissen. Wenn eine Ecke abbricht, geht der Wunsch in ­Erfüllung.» Na ja. Am besten ­gefällt mir die Haut einer Blindschleiche (4). Die habe ich bei uns im Wald gefunden. Den Haifischzahn (5) habe ich aus ­Belize. Oh, Mann, habe ich gebettelt für den! Ich trug ihn, bis der Bändel riss. Die Muscheln (6) habe ich von einem Händler in Griechenland, und der Plastik-50-Räppler (7), mit dem wollte ich mal einen Kaugummi kaufen. Ich hatte zwar vermutet, dass das Spielzeuggeld ist. Am Kiosk war ich dann aber trotzdem enttäuscht. Etwas Geheimnisvolles bewahre ich nicht in meiner Schatzkiste auf. Dafür habe ich ein anderes Versteck – hinter den Büchern (8).

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Quelle: Yoki van de Cream

Gina, 4: «Was in meiner Kiste ist, kann mein kleiner Bruder nicht kaputtmachen.»

Das sind meine Hochzeitsschuhe (1). Ich habe sie nie ­angezogen bis zu dem Tag, wo ich Blumenmädchen war. Jetzt sind sie in der Schatzkiste, aber irgendwann ziehe ich sie schon wieder an. In meine Schatzkiste tue ich alles rein, was mein kleiner Bruder Nando nicht klauen und nicht kaputtmachen darf. Und was mir gefällt. Meine SpongeBob-Uhr (2) zum ­Beispiel. Die habe ich im Flugzeug bekommen, als wir nach Australien geflogen sind. Das Flugzeug (3) auch. Und die Muscheln (4) sind von Austra-lien und die Perlen von meinem Urgrosi. Die Ohrringe (5) sind vom Gotti, das Billett (6) vom Zirkus Knie. Die Clowns fand ich dort gar nicht lustig. Ich habe Angst vor Clowns. «Ab durch die Hecke» aber war lustig; meine erste DVD (7), die ich mit Mami schauen durfte. Den Pilz (8) habe ich von Mirjam. Wer ­Mirjam ist? Eben Mirjam! Die Zeitung (9) hat den genau gleichen Geburtstag wie ich. Lustig, oder? Und die Haarlocke (10) ist ganz neu. Gestern war ich zum ersten Mal beim Coiffeur.

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Quelle: Yoki van de Cream

Miles, 10: «Hier liegt, was ich nicht ‹verhühnern› möchte.»

Meine Schatzkiste habe ich im Kindergarten gebastelt. Ich lege alles rein, was mir wertvoll ist und was ich nicht «verhühnern» möchte. Heilig sind mir vor allem der Kindergartenzwerg (1) und «Sämi», die Gummischlange (2). Auf dem habe ich als Kleinkind ständig herumgekaut. Mami wird ganz sentimental, wenn sie ihn sieht. Stolz bin ich auch auf die beiden Konzert­tickets (3): DJ Bobo und AC/DC. Und was aussieht wie ein Papierhut, ist eigentlich ein Stifthalter (4). Der funktioniert zwar nicht, sieht aber herzig aus – und er ist von meiner Schwester. Die Schlangenhaut (5) habe ich in einem Ferienkurs in Wengen BE gefunden. Der getrocknete Skorpion (6) war im Adventskalender. Und die «Star Wars»-Geburtstags­karte (7) redet, wenn man sie aufmacht. Sie sagt: «I’m the master.» Ich bin ein kleiner Pyro­mane, darum hat es auch Feuerwerk in meiner Kiste: ein paar «Chriesi­chlöpfer» (8) oder Riesenfrauenfürze und eine selbstgebastelte Baumnusssplitterbombe (9): eine hohle Nuss mit einem eingeklemmten Frauenfurz. Keine Ahnung, ob die funktioniert. Es hat noch viele andere Dinge: meine Radier­gummi­sammlung (10), eine Kette aus Kamelzähnen (11), eine «Yu-Gi-Oh!»-Karte (12), meine erste «Bob der Baumeister»-Uhr (13), Steine aus Pyrit (14) und zwei ­Medaillen (15): für den 1. Rang im Ski- und den 2. Rang im Snowboardrennen von Brigels.

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