Zwei Kinder kosten monatlich 2000 Franken. Das hat das Bundesamt für Statistik kürzlich ausgerechnet. Pro Tag wären das dann knapp 70 Franken, und wenn wir noch den Familienexterne-Betreuungs-Extrabatzen obendrauf packen, sind es gut 100 Franken täglich: eine schöne Stange Geld, vor allem wenn die Legislative - der Ausdruck «Regierung» wurde familienintern auf die schwarze Liste gesetzt - beruflich im Ausland und die Kinder bei Oma und Opa versorgt sind. Zwei Tage ohne Familie macht 200 Franken für Papa zur freien Verfügung. «Ui, das wird lustig», dachte ich beim Start ins erste freie Wochenende seit langem.

Nun, ich könnte Ihnen jetzt was erzählen von einer wilden Party bis in die Morgenstunden - nur, es wär gelogen. Ich war zwar tatsächlich aus, doch wild war höchstens meine Frisur, weil ich kurz vor Partybeginn vor dem Fernseher eingenickt war - man ist ja immer wieder überrascht, in welch verrückten Körperpositionen einen der Schlaf zu überwältigen vermag, wenn man in den Nächten zuvor genug am Kinderbett Händchen gehalten, Liedchen gesungen und verstopfte Nasen ­bekämpft hat...

Sie sehen, der Ausgang war mässig. Und der Rest? Wie immer - respektive: wie früher. Man könnte sogar sagen: sehr pubertär. Seit zehn Jahren lebe ich nun mit meiner Frau zusammen, habe seit fünf Jahren Kinder, gehe einer geregelten Arbeit nach, zahle pünktlich meine Rechnungen und besuche regelmässig die Zahnhygienikerin - doch einmal sturmfrei, und schon ist Mann wie ich von allen guten Geistern verlassen. Ohne ins Detail zu gehen - im Stehen pinkeln und gleichzeitig Kebab essen war wohl noch das Zivilisierteste, was ich in diesen zwei Tagen angestellt habe.

Am Eingang zum Berner Schlosspark Bümpliz gibts zwei Schilder. Auf einem steht: «Hunde an die Leine!» Auf dem anderen ist das Piktogramm eines Elternpaars zu sehen, das seine Kinder an den Händen hält, darüber steht: «Bis 12-j» - na ja, es gibt schliesslich einen gefährlichen Teich im Park. Über diese neue Form des Leinenzwangs mag der Berner SP-Stadtrat Andreas Flückiger nun monieren: «Da lacht sogar mein Sohn drüber.» Ich hingegen gehe noch weiter und fordere: «Leinenzwang für Strohwitwer!»

Nachtrag: Eigentlich sollte man ja keine Witze über solche Dinge machen. Angesichts der momentanen politischen Stimmung im Land könnte selbst ein solcher Blödsinn eine Mehrheit finden...

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