Der Typ Tschütteler aus unseren Reihen griff gleich in die Vollen: «Diese Leidenschaft, die du im Fussballstadion zeigst, vermisse ich leider in unserer Beziehung», habe ihm seine Freundin neulich beim Zubettgehen mit auf den Weg gegeben. «Ich war sprachlos», sagte er. Er schluckte und spülte mit Bier nach. «Vielleicht weil ich wusste, dass sie nicht ganz unrecht hat damit.»

Wir nickten. «Aber sagt», meinte er dann und erhob seine Stimme, «sinkt ihr etwa nach einer gelungenen Diskussion, nach einem feinen Dinner for two oder einem gewonnenen Liebesspiel in die Knie und dreht im Schlafzimmer mit wehenden Fahnen eine Ehrenrunde?» Wir schüttelten den Kopf. Er sagte: «Seht ihr» – als habe er uns eben von etwas Umstrittenem überzeugt. Dabei hätte er wissen müssen: Die Sicht des Mannes war nie unser Problem.

Nun war der Typ Pantoffelheld an der Reihe. Er entführte uns in seine Kindheit. «Ich kann mich noch gut erinnern, wie mich meine Grossmutter, wenn ich mal wieder aufgedreht durchs Haus rannte, zur Seite nahm und mir ins Ohr flüsterte: Psst, lass Grossvater in Ruhe fernsehen, er hatte einen strengen Arbeitstag.» Und? «Diese Geschichte erzählte ich meiner Freundin, als sie mir nach Feierabend das Bügeleisen in die Hände drückte.» Und? «Sie hat sie nicht verstanden.»

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«Der Mann von heute hat echt nichts mehr zu lachen», sagte der Typ Macker. «Dabei verbringt er nachweislich doppelt so viel seiner Lebenszeit mit Arbeiten wie die Frau.» Macker berief sich dabei auf eine angebliche Studie der Uno von Mitte der neunziger Jahre. «Und zwar unter Berücksichtigung von Hausarbeit und Kinderbetreuung.» Und dann habe ja diese neue Glücksstudie offenbart, dass Emanzipation, Frauenstimmrecht und Hausarbeitsteilung Frau nicht eben glücklicher gemacht hat. «Wie kann man in diesem Dilemma noch Ja zu Heirat, Kindern und Teilzeitarbeit sagen?», warf Typ Einsam in die Runde, meinte aber zweifellos mich.

Doch wie sollte ich antworten, ohne die Sache des Mannes zu verraten? Endlich leerte ich das Glas, rülpste und meinte trocken: «Happy wife, happy life.» «So einfach?», fragte Softie. «So einfach», sagte ich. «Aber was macht sie denn glücklich?» Ich log: «Wenn ich nach dem Liebesspiel mit der Gastrompete hupe, dann bügeln gehe und vom Glück des kleinen Mannes schwärme.» «Echt?» «Nein, aber zumindest weiss sie heute die ruhigen Abende zu schätzen, an denen ich hier in der Männerrunde sitze und dummes Zeug daherrede.»

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