Männer unter Männern können stundenlang reden, ohne was zu sagen. Meint meine Frau. Sie können ihr Herz ausschütten, ohne einmal wirklich tiefsinnig zu sein. Meint meine Frau. Männer unter Männern können sich auch stundenlang amüsieren, ohne etwas zu erleben. Meint meine Frau. Und sie können mit den verrenktesten Kamasutrastellungen prahlen – und zu Hause trotzdem die biedersten Missionare mimen. Männer unter Männern können sich auch Krämpfe in den Bauch lachen, ohne sich einen einzigen Witz zu erzählen. Manchmal reicht dafür ein simpler Furz. Meint meine Frau.

Männer unter Männern können dumm wie Stroh sein und doch alles besser wissen. Sie können abendelang über ihre Frauen herziehen, ohne ein Wort über sie zu verlieren. Meint meine Frau. Männer unter Männern können nächtelang dem Sinn des Lebens nachspüren und dabei nur sinnloses Zeug labern. Ja, sie können sich sogar verstehen, ohne je gleicher Meinung zu sein. Oder sie können stundenlang Pläne fürs Wochenende schmieden, ohne einmal den Terminkalender zu konsultieren. Meint meine Frau.

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Männer unter Männern können miteinander streiten, ohne Streit zu bekommen. Und nächtelang können sie sich mit den abenteuerlichsten Geschichten unterhalten und zugleich das langweiligste aller Leben leben. Oder sie können einen ruhigen Abend planen und dann morgens um fünf stockbesoffen nach Hause torkeln. Männer unter Männern können sich stumm blind verstehen. Meint meine Frau.

Und sie alle sind unentdeckte, verkannte Fussballtalente – und bleiben das ein Leben lang. Meint meine Frau. Sie können auch für Stunden auf der Toilette verschwinden, ohne dass sie jemand vermissen würde. Die tollsten Geburtstage feiern, ohne zu verraten, dass sie Geburtstag haben. Das können sie auch. Meint meine Frau.

Männer unter Männern können auch fünf Minuten vor dem Date ihres Lebens seelenruhig im Teletext blättern. Oder die spannendsten Dinge erleben – und ihrer Frau tags darauf unverhohlen auftischen, es sei nichts Spannendes passiert. Jedenfalls nichts, was es zu erzählen gäbe. Männer unter Männern können auch noch so pazifistische GSoA-Mitglieder sein, das hindert sie nicht daran, sich nächtelang die angeblich krassesten Militärstorys um die Ohren zu hauen. Und sie können sich sinnlos «Tomaten» verteilen und dann jammern, ihre Arme täten weh. Männer unter Männern sind sonderbare Wesen. Meint meine Frau.

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