Beim Skifahren gibt es pro Jahr regelmässig die meisten Schwerverletzten im Sport. Überhaupt kommen nur gerade im Fussball insgesamt noch mehr Hobbysportler zu Schaden. Jährlich verunfallen laut Schätzungen der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) in der Schweiz 45'000 Skifahrer und 25'000 Snowboarder – rund 15 Prozent von ihnen verletzen sich dabei am Kopf. Kein Wunder also, werden regelmässig Stimmen laut, die eine generelle Helmpflicht auf den Skipisten fordern. Das ist nicht nur hierzulande so, sondern auch in umliegenden Ländern. Zumindest was die Helmpflicht für Kinder betrifft, hat Österreich nun die Regeln verschärft. Bereits ab der kommenden Skisaison müssen Kinder bis 15 Jahre einen Kopfschutz tragen.

Die Details des neuen Obligatoriums sind allerdings noch weitgehend offen. So ist etwa unklar, wie hoch die Busse bei Zuwiderhandlungen ausfallen und wie kontrolliert werden soll. Wahrscheinlich ist jedoch, dass sich Österreich an Italien orientieren wird, wo die Helmpflicht bereits gilt und von Polizisten überwacht wird.

In Österreich ist die Helmpflicht jedoch vorerst ein Testlauf bis 2012. Mit Strafen oder Bussgeldern ist bis zu diesem Zeitpunkt laut den zuständigen Stellen nicht zu rechnen, dafür mit einer scharfen Ermahnung an die Eltern, die für die Einhaltung der Pflicht verantwortlich seien.

Sind in der Schweiz ähnliche Bestrebungen im Gang? «Nein», sagt Daniel Menna von der BfU, «eine Helmpflicht steht in der Schweiz nicht zur Debatte.» Dies nicht, weil man am Sinn des Helmtragens zweifeln würde. Ein Obligatorium dränge sich schlicht nicht auf, weil heute bereits neun von zehn Kindern freiwillig einen Kopfschutz tragen.Vor sechs Jahren waren es noch lediglich vier von zehn Kindern im Alter bis 17 Jahre gewesen.

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«Diese Entwicklung ist sehr positiv, und sie zeigt, dass sich die Eltern der Problematik sehr bewusst sind.» Helmpflicht und Bussen seien deshalb wenig sinnvoll, zumal ein entsprechendes Gesetz schwer durchzusetzen wäre. «Da setzen wir doch lieber auf den gesunden Menschenverstand», betont Menna.