Liebe Rahila
Über Atlantis wurden viele Bücher geschrieben, und bis heute ist nicht klar, ob das Inselreich je existierte oder nur eine Erfindung ist. Das erste Buch über Atlantis schrieb der griechische Philosoph Platon vor ungefähr 2400 Jahren. Im Inselreich gebe es Gold und Silber im Überfluss, so Platon. Viele Tiere lebten dort, sogar das «gefrässigste von allen», der Elefant. Die weiten Ebenen seien dank künstlichen Wasserkanälen äusserst fruchtbar. Im Zentrum befinde sich die Hauptstadt, kreisförmig angelegt, in ihrer Mitte der Tempel und der Palast. Atlantis sei eine starke Seemacht mit einem grossen Heer. Und am Schluss seiner Schilderungen lässt Platon Atlantis durch ein riesiges Erdbeben und Überschwemmungen im Meer untergehen.
Als Platon noch lebte, kam keiner auf die Idee, nach dem versunkenen Inselreich zu suchen. Die Geschichte von Atlantis sei pure Erfindung, sagte Platons berühmter Schüler, der Philosoph Aristoteles. Atlantis interessierte damals niemanden.

Jahrhunderte verstrichen, bis man sich wieder an das Inselreich erinnerte. Erst im 19. Jahrhundert begann das grosse Rätselraten - und Forscher schrieben Bücher über Atlantis. Sie gingen einer einzigen Frage nach: Wo liegt Atlantis? Das sagenhafte Reich wurde auf vielen Erdteilen vermutet: bei Ägypten, in der Nordsee oder mitten im Atlantik - um nur einige Mutmassungen zu nennen. Gefunden wurde Atlantis jedoch nie. Die jüngste, sehr umstrittene These präsentierte 1992 ein Schweizer Archäologe: Atlantis sei identisch mit der antiken, längst zerstörten Stadt Troja, die im Nordwesten der heutigen Türkei lag.

Liebe Rahila, du hast eine Frage gestellt, die wir nicht beantworten können. Vielleicht müssen noch viele Jahrhunderte verstreichen, bis es eine Antwort gibt.

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