Jean-Marc Oppliger ist ein glücklicher Mann: Voraussichtlich am 14. März 2007 wird er zum dritten Mal Vater. Doch der 29-Jährige aus Fislisbach AG hat ein Problem. Als Gerätemechaniker der Luftwaffe für das Taflir-Radarsystem sollte er exakt vor, während und nach dem errechneten Geburtstermin seinen WK leisten. Die Gynäkologin seiner Frau bestätigte den Termin in einem Zeugnis - dennoch lehnte das Kreiskommando Aargau Soldat Oppligers Begehren ab, den Militärdienst zu verschieben. Die Vaterschaft sei kein Grund, der eine Dienstverschiebung «unbedingt rechtfertigen würde. Eine wirkliche Notlage liegt nach Ihrem Gesuch nicht vor.»

«Würde mein Arbeitgeber schreiben, ich sei unentbehrlich, so würde die Dienstverschiebung problemlos bewilligt», ärgert sich Elektroingenieur Oppliger. Tatsächlich kann der Dienst am Vaterland warten, wenn Prüfungen anstehen oder berufliche Pflichten geltend gemacht werden.

Sogar wer als ambitionierter Sportler auf einen Wettkampf trainiert oder als Novize eines geistlichen Ordens in der Prüfungszeit steckt, erhält laut Armeereglement auf jeden Fall Dispens. Vaterschaft hingegen ist fürs Militär reine Privatsache. «Der Kompaniekommandant kann persönlichen Urlaub gewähren», sagt Armeesprecher Felix Endrich. Der wichtige Unterschied: «kann», muss aber nicht. Die Mehrheit der Gesuche wird bewilligt.

Jean-Marc Oppligers Kommandant ist selbst soeben Vater geworden. Dennoch liess er wenig Verständnis für das Gesuch erkennen. Allerdings wird er nun versetzt, die Nachfolge ist unklar. Oppligers haben ein Wiedererwägungsgesuch eingereicht. Bleibt zu hoffen, dass darüber noch vor dem Geburtstermin entschieden wird.

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