Rechtsrock: Die englische Band Skrewdriver steht exemplarisch für die politischen Kippbewegungen, die Subkulturen bisweilen durchmachen. 1977 als Punkband gegründet, zog die Band um Frontmann Ian Stuart ab 1982 als rassistische, später faschistische Band durch die Welt. Stuart war beteiligt an der Kampagne «Rock Against Communism», aus der das Neonazi-Netzwerk Blood and Honour entstand.

Skinhead: das prominenteste Beispiel einer Bewegung, die politisch mäandriert. Begründet in East London von Arbeiterkindern englischer und jamaikanischer Abstammung, zelebrierten die Skins eine Ästhetik des Proletarischen in Abgrenzung zur Hippiebewegung. Zum Skinhead-Style gehören rasierte Schädel, Arbeiterstiefel, Poloshirts, Ska und Reggae. Doch stets auch Gewalt: Schlägereien untereinander, aber auch rassistische Übergriffe.

Oi: politisch ambivalente Abspaltung der Skinhead-Bewegung. Oi entstand Anfang der achtziger Jahre in Grossbritannien als alternative Punkrockszene in Abgrenzung zur Kommerzialisierung von Bands wie Sex Pistols oder The Clash. Schon in der Anfangszeit gab es rassistische Übergriffe.

Hatecore: Die aktuellste Variante einer Bewegung, die zwischen den politischen Extremen wechselt, ist Hatecore - eine noch aggressivere Variante des Hardcore, der den Zorn auf die Gesellschaft und die Unzulänglichkeiten des Menschen «besingt». Die ersten Hatecore-Exponenten sahen sich als Linksradikale; nahe liegend indes, dass das Attribut «hate» - Hass - auch für Rechtsextreme attraktiv war. Heute gilt Hatecore als Inbegriff des Rechtsrock.

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