Blockflöte ist doof», mault Marco. «Ich würde viel lieber Schlagzeug oder Saxofon lernen.» Der Wunsch des Erstklässlers ist verständlich; erfüllen lässt er sich aber nicht, zumindest nicht sofort. Denn selbst wenn seine Eltern die relativ teuren Instrumente bezahlen würden und den nicht unbeträchtlichen «Lärm» zu ertragen gewillt wären: Für beide Instrumente ist der achtjährige Marco eigentlich noch zu jung (siehe Artikel zum Thema «Mit Pauken oder Trompeten? Die Wahl des richtigen Instruments für Ihr Kind»).

Musizieren macht Kindern nicht nur Spass – es fördert zudem Konzentration, Kreativität und soziale Kompetenz. Umso wichtiger ist es, das am besten geeignete Instrument zu finden. Denn wenn das Kind die ihm aufgezwungene Geige nicht mag oder mit seinen kleinen Fingern die Saiten eines Kontrabasses nicht zu drücken vermag, wird es die frustrierende Übung früher oder später abbrechen. Im schlimmsten Fall hat es gar generell die Nase voll vom Musikmachen.

Das falsche Instrument im falschen Alter kann sogar ungesund sein. So können etwa Blasinstrumente die noch unterentwickelte Atemmuskulatur jüngerer Kinder schädigen. Und ein grosses, schweres Akkordeon kann bei einem kleineren Kind zu Haltungsschäden führen. Am einfachsten finden zukünftige Musikerinnen «ihr» Instrument beim Besuch eines Tages der offenen Tür oder eines Schnuppernachmittags, den viele Jugendmusikschulen und auch Kindermusikläden durchführen.

Die Frage nach dem Musikstil, der gespielt werden soll, ist bei der Instrumentensuche zu klären. Schliesslich eignet sich nicht jedes Instrument für Klassik oder Rock, Volksmusik oder Jazz. Je jünger der Musikus in spe allerdings ist, desto wichtiger ist, dass das Instrument eine solide musikalische Grundausbildung ermöglicht und allenfalls das Erlernen weiterer Instrumente erleichtert.

Ebenfalls abzuklären gilt es, wie sich die Kinder ihre musikalische Zukunft vorstellen. Will die zehnjährige Martha später eine Rockband gründen? Gitarre oder Schlagzeug sind da valablere Kandidaten als Oboe oder Spinett. Möchte Heinz vor allem selber komponieren und improvisieren? Klavier scheint hier die Lösung zu sein. Und für die Jungbaslerin Gerda, die schon mit acht begeistert an der Fasnacht teilnimmt, wird wohl Quer- oder Piccoloflöte in die engere Wahl kommen.

Schliesslich sind auch die Wohnverhältnisse und Übungsmöglichkeiten ausschlaggebend. Wer in einer ringhörigen Mietwohnung wohnt, sollte von Posaunen- oder Schlagzeugunterricht absehen. Schliesslich muss auch zu Hause geübt werden, und selbst perfekt gespielte Tonleiterübungen sind nicht jedes Nachbarn Sache.

Bei der Qualität zu sparen bringt nichts


Natürlich kostet Musikerziehung Geld, und das nicht zu knapp. Sie muss das Haushaltsbudget dennoch nicht allzu sehr belasten. Gerade bei Kindern ist es sinnvoller, nicht gleich einen Konzertflügel für mehrere 10000 Franken zu kaufen, sondern erst einmal ein Klavier zu mieten.

Auch wenn feststeht, dass Maria dem Saxofon treu bleibt und daher ein eigenes Instrument Sinn macht, müssen die Eltern nicht unbedingt 2000 Franken für ein nigelnagelneues Sax ausgeben. Auch ein gut gepflegtes Occasionsinstrument tut seinen Dienst. Allerdings kann ein minderwertiges Instrument dem Kind auch den Spass am Spielen verderben. Bei der Qualität sollte also nicht gespart werden – egal, ob Kauf oder Miete.

Selbst beim Unterricht lässt sich sparen. Es muss nicht zwingend Einzelunterricht sein. Je nach Instrument wird auch in Gruppen und Kleingruppen unterrichtet, was deutlich günstiger ist und dem Schüler unter Umständen erst noch mehr Spass macht.

Quelle: Agentur Gettyimages