Familienforscher klagen bereits jetzt über den neuen Gesetzesentwurf. «Bislang konnten wir fast immer der klaren Vaterlinie folgen, weil die meisten Frauen den Namen ihres Mannes übernommen haben», sagt Heinz Ochsner, Präsident der Gesellschaft für Familienforschung. «Mit dem neuen Recht hingegen könnten die Enkel einer Person, die nach Annahme des Gesetzes geboren wurde, bereits vier verschiedene Namen tragen.»

Heute finden Familienforscher auf dem Zivilstandsamt des jeweiligen Bürgerorts eines Klienten die Liste aller Familienmitglieder samt Geburts-, Heirats-, Scheidungs- und Todestag. Mit dem neuen Gesetz würden diese hilfreichen Familienregister vermutlich abgeschafft, weil dann jeder seinen ursprünglichen Heimatort beibehält. «Helfen kann uns dann nur noch die nationale Datenbank beim eidgenössischen Zivilstandsamt. Darauf haben wir aus Datenschutzgründen aber keinen Zugriff», so Ochsner.

Der Arbeitsaufwand würde damit um ein Vielfaches grösser: Ahnenforscher müssten alle noch lebenden Familienmitglieder aufsuchen, ihre Vollmachten einholen und damit bei der Aufsichtsbehörde des jeweiligen Heimatkantons Einsicht verlangen, um die gewünschten Akten zu erhalten.

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