Ich würde spüren, wie die Schnecken auf mir ihren Schleim hinterlassen und die Insekten, besonders die Spinnen, mit ihren kleinen Beinen auf mir rummarschieren und nach einem Zuhause suchen würden oder wie die Vögel auf mir ihren Kot hinterlassen würden. Doch das wäre noch nicht alles, mein Leben wäre auch in grosser Gefahr durch Holzfäller, Blitz und Feuer.

Ich würde sehen, wie der Dunst der Nacht sich an meinem Stamm vorbeischlängelte und sich ängstlich im Wald hinter mir vor der Sonne zu verstecken versuchte. Dann sähe ich die Blumen der Wiese langsam ihre Blüten öffnen, um sich für den neuen Tag vorzubereiten. Erst als der Hahn des Bauernhofs in der Nähe krähen würde, hätte der neue Tag begonnen! Darauf würde ich mich immer freuen, weil die Vögel in meinen Ästen singen würden, um den neuen Tag zu begrüssen.

Wenn die Morgenröte verschwände, käme sogleich das helle Blau im Himmelszelt zum Vorschein und würde sanft von ein paar freundlichen Wolken geschmückt. Das Eichhörnchen würde erwachen und in meinen Ästen herumklettern und die Tautropfen von den Blättern lecken. Und die im Wind tanzenden Gräser würden mich mit ihren Grashalmspitzen an der Rinde kitzeln.

Ich würde spüren, wie die Harmonie neu beginnen würde, als würde sie jeden Abend wieder verschwinden.

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