Während des Krieges in Bosnien wohnten der heute 18-jährige Timur und die 14-jährige Dzeneta Delic mit ihren Eltern vier Jahre lang bei der Familie Scheuerer in der Schweiz. Nach dem Krieg kehrte die Familie nach Sarajevo zurück. Ihr Haus war zerstört, der Vater arbeitslos.

Damals entschlossen sich Peter und Fidelia Scheuerer aus Liesberg BL, für die zwei Kinder eine Patenschaft zu übernehmen. Monatlich liessen sie ihnen je 50 Franken über die Organisation «Hilfe für Kinder» in Zürich überweisen. Die Patenfamilie offenbarte dann Peter Scheuerer während eines Besuchs, dass die Organisation nur etwa die Hälfte
des Geldes in Sarajevo auch wirklich ausbezahlt habe.

Die Organisation «Hilfe für Kinder» ist dem Beobachter wohlbekannt: Immer wieder gingen Vorwürfe ein wegen aggressiver Spendensuche und undurchsichtiger Geldpolitik.

Geschäftsführer Stjepan Deranja räumt ein, dass «einige Abläufe» bei der Auszahlung «nicht im idealen Zustand» seien. Er habe jetzt «persönlich eingeleitet», dass die offenen Beträge für das Jahr 2002 «sofort überwiesen» würden. Die weiteren umstrittenen Beträge würden «minutiös kontrolliert». Deranja weist darauf hin, dass er erst seit einem Monat Geschäftsführer sei und der frühere Stiftungsrat «durch neue, kompetente Mitglieder» ersetzt worden sei.

Die Zewo, die die Glaubwürdigkeit der Schweizer Hilfswerke prüft, vergibt der Organisation ihr Gütesiegel nicht: «Die Stiftung ‹Hilfe für Kinder› in Zürich erfüllt unsere Anforderungen zurzeit nicht.»

Quelle: Matthias Willi