Psychologen der Univer­sity of Pennsylvania haben nun neueste Ergebnisse der Hirnforschung zu dieser Frage zusammengetragen. Fazit: Die soziale und wirtschaft­liche Situation der Eltern wirkt sich ganz konkret auf die Hirnstruktur der Kinder aus. So ist etwa ein bestimmter Teil des Stammhirns bei Jungen und Mädchen aus armen Familien weniger aktiv. Das führt dazu, dass sie sich weniger konzen­trieren und ihre Handlungen we­niger planen können. Auch das Sprachzentrum dieser Kinder ist weniger aktiv und fällt durchschnittlich kleiner aus.

Ausschlaggebend für die Unterschiede im Gehirn ist das Um­feld, in dem die Kleinen auf­wachsen. Während Kinder von Besserverdienenden in einer an­regenden Umgebung gross werden, mit gemeinsamen Vor­lesezeiten, Museumsbesuchen oder Diskussionen am Ess­tisch, findet das in ärme­ren Familien weniger statt. Gemäss Schät­zungen hören Kinder aus ärmlichen Verhältnissen bis zum vierten Geburts­tag 30 Mil­lionen gesprochene Wörter weniger als solche aus durch­schnitt­lichen Haushalten. Der Wortschatz von Dreijähri­gen mit be­rufs­tätigen Eltern ist zudem mehr als doppelt so gross wie je­ner der Kinder von Sozialhilfeempfängern.