Die Stimmung der Konsumenten ist im Keller und hat jüngsten Umfragen zufolge im Oktober ein Fünf-Jahres-Tief erreicht. Schlechte Aussichten also für das Weihnachtsgeschäft der Spielwarenanbieter, müsste man meinen. Doch weit gefehlt: «Es sieht bis dato sehr gut aus», sagt Suzanne Nievergelt von Franz Carl Weber. Bis jetzt liege man sogar über dem Vorjahr – und damit auf neuem Rekordkurs.

Ähnliche Meldungen kommen von Globus oder dem Warenhaus Loeb in Bern. Besonders gefragt seien traditionelle Holzspielsachen sowie Klassisches: vom Lego-Bausatz über Gesellschaftsspiele bis hin zur Prinzessin zum Selberschminken. Aber auch für spezielle und ausgewählte Objekte zücken Eltern nach wie vor ihr Portemonnaie, wie Suzanne Reist vom Spielzeuggeschäft Bilboquet in Bern bestätigt. «Bei den Weihnachtsgeschenken zeigen sich die Menschen ziemlich krisenresistent», sagt sie. Sie muss es wissen, ist sie doch immerhin seit 42 Jahren im Geschäft. Bestätigt wird ihr Urteil von Ruedi Zurflüh, dem Präsidenten des Schweizer Spielwarenverbands: «Wir machen konjunkturelle Hochs und Tiefs nicht gleichermassen mit wie andere Branchen. Bei den Kindern spart man zuletzt.» Er geht sogar noch weiter: «Gerade in Krisenzeiten orientieren sich die Konsumenten vermehrt an traditionellen Werten. So wird in Zeiten einer Rezession erfahrungsgemäss mehr gespielt, weil man mehr Zeit zu Hause in der Familie verbringt.»

Gespart werde eher am Ferienbudget oder etwa beim Kauf eines neuen Autos. Und was würde Zurflüh seinen Kindern dieses Jahr unter den Weihnachtsbaum legen? «Ein kreatives und nachhaltiges Beschäftigungsspielzeug aus Schweizer oder EU-Produktion oder ein gutes Familienspiel.»

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