Der Fall des 40-jährigen Markus Einhaus (Name geändert) ist grotesk: Anfang 2006 wurden er und seine damalige Frau rechtsgültig geschieden, die damals sechsjährige Tochter blieb bei der Mutter. Alle zwei Wochen sollte die Tochter von Freitagmittag bis Sonntag beim Vater sein. Doch diese Regelung klappte nur wenige Monate lang. Am 14. Mai 2006 verbrachte er zum letzten Mal Zeit mit ihr. Daran änderte auch das Ende 2006 behördlich eingeleitete Befehlsverfahren nichts, das die Mutter unter Strafandrohung zur Einhaltung des Besuchsrechts aufforderte.

Im Juni 2007 wurde die Mutter wegen «mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen» zu einer Busse von 1000 Franken verurteilt. Sie legte Rekurs ein. Gleichzeitig zeigte die Mutter den Vater wegen sexuellen Missbrauchs der Tochter an. Bereits bei der Trennungsverhandlung drei Jahre zuvor hatte sie dem Vater ähnliche Vorwürfe gemacht. Wie damals wurden auch die neuen Anschuldigungen von der Kinderschutzgruppe der Kantonspolizei abgeklärt, doch sie stellten sich als haltlos heraus. Der Rekurs der Mutter gegen ihre eigene Verurteilung ist nach wie vor hängig. Nun hat der Vater ein Begehren zur Neubeurteilung des Sorgerechts gestellt. Doch auch dieses Verfahren ist weiterhin pendent.

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