Leider gibt es (noch) kein Bundesgerichtsurteil, das Ihre Frage klärt. Fest steht: Ob überhaupt eine Indexanpassung erfolgt, und wenn ja, wovon sie abhängt, bestimmt sich nach dem Wortlaut der Indexklausel im Scheidungsurteil. Diese kann vorsehen, dass nicht nur ein Anstieg, sondern auch ein Rückgang der Teuerung zu berücksichtigen ist oder dass beides nur zu beachten ist, wenn auch das Einkommen der pflichtigen Person entsprechend gestiegen oder gesunken ist.

Grundsätzlich ist es also bei entsprechender Formulierung der Klausel durchaus möglich, dass bei rückläufiger Teuerung weniger Alimente als im Vorjahr geschuldet sind. Hingegen sollte der im Scheidungsurteil festgelegte Basis-Unterhaltsbeitrag auch bei rückläufiger Teuerung nie unterschritten werden - das ist auch die Meinung des Schweizer Verbandes der Alimentenfachleute SVA. Denn das würde eine Änderung des Scheidungsurteils bedeuten, ohne dass die entsprechenden Voraussetzungen (wesentliche, dauerhafte und nicht vorhersehbare Veränderung der Verhältnisse) geprüft worden wären.

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Wie können Alimentengläubiger oder -schuldner vorgehen, wenn der Unterhaltsbeitrag an die angestiegene bzw. an die rückläufige Teuerung angepasst werden soll? Beobachter-Abonnenten erhalten mit dem Merkblatt «Alimente der Teuerung anpassen» eine Wegleitung mit praktischen Rechenbeispielen.

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Quelle: Beobachter Edition