Beobachter: Woher kommt Ihr grosses Engagement gegen Pädophile?
Valérie Picavet-Wertheimer: Vor zehn Jahren habe ich in Thailand erlebt, was Sextourismus bedeutet. Ich sah Neunjährige auf Klienten warten, denen sie dann in den Hotels die Wünsche erfüllten. Ein Schock für mich. Ich beschloss, etwas gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern zu unternehmen. Eine Gewissenssache.

Beobachter: Asien und die Schweiz – da gibt es doch grosse Unterschiede.
Picavet-Wertheimer: Richtig, aber Pädophile gibt es auch hier. Sie sind in der Regel sehr geduldig, und da Kinder per se neugierig sind, ist der Kontakt zu ihnen via Internet sehr leicht. Pädophile können monatelang warten.

Beobachter: Chatrooms sind gefährlich, sagen Sie.
Picavet-Wertheimer: Chats sind momentan das grösste Problem im Internet. Kinder sind oft sehr naiv und geben ohne Bedenken ihre Telefonnummer oder E-Mail-Adresse preis.

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