Cornelia Döbeli, Fachbereich Familie

Wenn Sie Ihrer Tochter die 30000 Franken als Erbvorbezug zuwenden, muss sie sich diesen Betrag später an ihren Erbanteil anrechnen lassen. Denn Erbvorbezüge sind gemäss Gesetz unter den gesetzlichen Erben immer auszugleichen. Aber auch wenn Sie die 30000 Franken sei es anlässlich der Übergabe in einer Quittung oder später in einem Testament nicht ausdrücklich als Erbvorbezug bezeichnen, unterliegt der Betrag der Ausgleichung. Denn das Gesetz sieht vor, dass unentgeltliche Zuwendungen an einen Nachkommen, die der Begründung, Sicherung oder Verbesserung seiner Existenz dienen, auszugleichen sind, wenn der Nachkomme nicht klar also schriftlich von der Ausgleichungspflicht befreit wurde. Dieser Weg ist zulässig, sofern die Pflichtteile der anderen Erben gewahrt sind.

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