Raphael Stoll, Fachbereich Familie:

Nein. Mehrere Erben bilden eine Erbengemeinschaft, die nur einstimmig über die Art und Weise der Nachlassverteilung und -verwertung entscheiden kann. Deshalb müssen Sie sich nicht dem Willen der Mehrheit unterwerfen.

Im Streitfall können Sie die Erbteilungsbehörde einschalten, um einen Teilungsvorschlag ausarbeiten zu lassen. Die Gemeindeverwaltung am letzten Wohnsitz des Erblassers kann Ihnen sagen, welche Behörde dafür zuständig ist. Der Teilungsvorschlag ist aber nicht verbindlich. Wird der Vorschlag nicht von allen Erben akzeptiert, bleibt nur die Erbteilungsklage. Dabei bestimmt der Richter den Teilungs- und den Verwertungsmodus. Zuständig ist das Gericht am letzten Wohnsitz des Erblassers.

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