Die motorische Förderung von Kindern beinhaltet grob- und feinmotorische Elemente. Begleitend zu dem Bewegungsförderprogramm «pluspunkt BEWEGUNG» werden an die beteiligten Eltern Elternbriefe abgegeben.

Einige diese Informationen werden hier als Anregungen für den Alltag mit Ihrem Kind weitergegeben:

Aufrichtung gegen die Schwerkraft

Aufrichtung gegen die Schwerkraft ist eine Grundeigenschaft des Menschen. Dieser Prozess beginnt nicht erst im Stand, sondern bereits beim Säugling, wenn er auf dem Bauch liegend den Kopf und zunehmend auch den Brustkorb von der Unterlage abhebt. Wir möchten Sie darum ermuntern mit ihrem Kind immer mal wieder auf dem Bauch liegend zu spielen. Bildbücher anschauen oder lesen geht so auch wunderbar!

Bewegungsübergänge

Geschmeidige Übergänge von einer Bewegungsposition zur anderen verbessern die Gleichgewichtsreaktionen und führen zu mehr Sicherheit. Diese Fähigkeit ist für den Alltag Ihres Kindes relevant. Es geht z.B. darum bei Instabilität die Unsicherheit auszugleichen und Stürze zu vermeiden.

Sie können Ihr Kind hierbei unterstützen. Spielen Sie mit Ihrem Kind in der Hocke, z.B. Kegeln, Boccia oder ähnliche Spiele. Gehen Sie nach draussen. Lassen Sie Ihr Kind im Wald über umgefallene Baumstämme klettern oder einen Abhang hinunter laufen. Nutzen Sie Spaziergänge für die motorische Förderung Ihres Kindes.

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Füsse

Die Füsse verfügen über eine Vielzahl von Knochen und Muskeln, die sehr differenzierte Anpassungsleistungen ermöglichen. So ist es möglich auf unebenem Untergrund zu laufen ohne das Gleichgewicht zu verlieren.

Beim Gehen und Stehen sind es nur unsere Füsse, die den Kontakt zur Unterlage bilden, d.h. wir müssen auf einer sehr kleinen Fläche die Balance finden. Dies geschieht durch viele kleine Bewegungen bzw. Anpassungsreaktionen der Füsse.

Das Fussgewölbe entwickelt sich bei Kindern erst langsam. Viele Erfahrungen und Bewegungen der Füsse sind notwendig damit diese Entwicklung optimal erfolgt.

Im Alltag sollte darauf geachtet werden, dass Kinder passende Schuhe tragen. Bei Untersuchungen wurde festgestellt, dass viele Kinder zu kleine Schuhe haben. Die Schuhe sollten ausserdem eine möglichst weiche Sohle haben.

Die Beweglichkeit der Füsse kann gezielt gefördert werden. An erster Stelle steht das Barfusslaufen. Ermöglichen Sie ihren Kindern diese Erfahrung, wenn die Temperatur dies zulässt. Besonders gut ist das Laufen über verschiedene Unebenheiten. Die Wahrnehmung der Füsse wird ausserdem durch Massagen angeregt. Nehmen Sie sich doch nach dem Baden einen Moment Zeit dafür.

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Haltung und Bewegung

Haltung und Bewegung gehören zusammen. Ein Teil unseres Körpers muss in Ruhe sein können, während sich ein anderer Körperteil bewegt. Ein gutes Beispiel ist das Zeichnen bzw. Schreiben. Der Rumpf ist dabei aufgerichtet und ruhig, während der Arm und die Hand über das Blatt gleiten. Ähnlich ist es auch beim Ballspiel. Vielleicht bewege ich mich dabei, aber in dem Moment wo ich den Ball fange, werde ich für einen kleinen Moment meinen Rumpf stabilisieren, damit ich mit den Händen den Ball fangen kann.

In diesem Sinne spielen sie doch einmal Ball mit ihren Kindern. Vielleicht nicht unbedingt Fussball, sondern Werf- und Fangspiele. Besonders das Zielwerfen fördert das Zusammenspiel zwischen Haltung und Bewegung. Gesteigert wird die Anforderung noch, wenn Ihr Kind beim Zielwerfen auf einem erhöhten Gegenstand steht, dass kann draussen eine kleine Mauer oder ähnliches sein, drinnen kann das Kind auf einem Stuhl stehen und versuchen in ein Ziel zu treffen. Versuchen Sie doch gemeinsam mit ihrem Kind den Papierkorb zu treffen!

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Fingerbeweglichkeit

Für eine optimale Entwicklung der Feinmotorik ist die Beweglichkeit der einzelnen Finger wichtig. Für alle Präzisionsgriffe müssen die Finger unabhängig voneinander bewegt werden können, z.B. wenn ihr Kind einen kleinen Gegenstand zwischen dem Daumen und Zeigefinger manipuliert. Ganz besonders wichtig ist diese feinmotorische Förderung auch für die Entwicklung einer optimalen Stifthaltung- und benutzung.

Bauen Sie doch einige Elemente in den Alltag ein. Knetmasse oder Teig sind dafür gut geeignet. Bohren Sie mit den Fingern Löcher in die Knete oder den Teig. Fingerabdrücke sind ebenfalls eine gute Idee. Die können mit Wasserfarbe gemacht werden oder einfach mit Körpercreme. Auch Fingerverse fördern das Bewusstsein für die einzelnen Finger. Vielleicht kennen Sie einen?

Tastsinn

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Für eine optimale Feinmotorik ist die präzise Wahrnehmung von Objekten in der Hand eine unbedingt notwendige Voraussetzung.

Zum genauen Erspüren von Gegenständen werden zwei Sinnessysteme benötigt. Auf der einen Seite ist das der Tastsinn, mit den Fühlern in der Haut, auf der anderen Seite, die Körpereigenwahrnehmung mit den Fühlern in den Muskeln und Gelenken. Mit Hilfe der Haut kann die Oberflächenbeschaffenheit eines Objektes wahrgenommen werden, gleichzeitig vermittelt die jeweilige Handstellung die Form und Grösse des Gegenstandes. Diese Fähigkeit kann sehr einfach im Alltag geübt werden.

Im Handel sind verschiedene Spiele erhältlich die das Tasten zum Thema haben. Oder ganz einfach - verstecken Sie Gegenstände unter einem Tuch und lassen Sie Ihr Kind unter dem Tuch diese abtasten und erraten. Als Alternative zum Tuch bieten sich Baumwolleinkaufstaschen oder Stoffsäckchen an. Mit diesen Spielen fördern Sie den Tastsinn und gleichzeitig die Feinmotorik Ihres Kindes.

Viel Spass beim Ausprobieren im Alltag!
Angela Nacke

Interessiert an Präventionsgruppen für Kleinkinder? Mehr Informationen zum Thema Prävention: www.pluspunkt-zentrum.ch

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