16-stündige Arbeitstage sind für Elisabeth Ziegler (Bild) normal. «Mit vier Kindern gibt es eben viel zu tun», sagt sie lapidar. Ihr Mann Peter ist als selbstständiger Ingenieur oft im Ausland unterwegs, und so erledigt sie die Familienarbeit grösstenteils allein und führt die Buchhaltung der Ingenieurfirma. Einmal im Jahr besucht sie eine Fortbildung in ihrem angestammten Beruf als Krankenschwester, «damit ich weiss, was läuft». Sie nimmt Flötenunterricht und singt im Frauenchor. «Nur die Familie, das wäre mir zu einseitig.»

Wie viele «Nur»-Hausfrauen ist die 45-Jährige eine vielseitige Managerin. Aufhebens macht sie darob nicht. «Klar gebe ich viel. Ich bekomme aber auch viel zurück.» Sie spüre, wenn sie an ihre Grenzen gelange. «Dann kann ich mich auch mit einem Buch aufs Sofa legen und den Haushalt Haushalt sein lassen.» Entscheidend seien die Liebe zum Partner und zu den Kindern, die Geborgenheit. «Dann kann man viel aushalten.»

Gesundheit ist schon wegen ihres Berufs ein Thema. «Wenn wir mehr auf unsere innere Stimme hören würden, gäbe es einige gesundheitliche Probleme weniger», ist Elisabeth Ziegler überzeugt. «Sich selber und andere ernst nehmen», das möchte sie auch ihren Kindern vermitteln. Und: Respekt gegenüber der Natur, das heisst, nicht alles zu konsumieren, was es gibt. «Verzicht muss nicht etwas Negatives sein, sondern hat auch mit innerer Stärke zu tun.» Die seelische Gesundheit, meint Elisabeth Ziegler, erhalte im Vergleich zur körperlichen viel zu wenig Aufmerksamkeit.

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