Ja, Ihre Ergänzungsleistungen (EL) werden sinken. Deren Höhe ergibt sich nämlich aus der Differenz zwischen den anerkannten Ausgaben und den anrechenbaren Einnahmen. Sind die Ausgaben höher als die Einnahmen, haben Sie Anspruch auf EL. Zu den gesetzlich anerkannten Ausgaben zählen die Kosten für den allgemeinen Lebensbedarf (Lebensmittel, Steuern et cetera), ein Pauschalbeitrag der kantonalen Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung und der jährliche Bruttomietzins Ihrer Wohnung. Zu den anrechenbaren Einnahmen zählen insbesondere Renten, Taggelder und Erträge aus Vermögen. Da Sie in einen Kanton mit allgemein tieferen Wohnungsmieten umziehen, können Sie auch nur diese bei den Ausgaben einsetzen. Das Gesetz sieht übrigens einen Höchstbetrag für den Mietzins für Alleinstehende vor: 13'200 Franken pro Jahr.

Bei der Durchschnittsprämie für die Krankenkasse anerkennt der Kanton Appenzell Innerrhoden tiefere Ausgaben. Bis anhin durften Sie im Kanton St. Gallen bis zu 3444 Franken (je nach Wohnort) geltend machen. Im Appenzell werden es nur noch 2676 Franken sein.

Die Ausgaben fallen wegen tieferer Kosten für Wohnen und Krankenkasse also geringer aus - und so auch Ihre Ergänzungsleistungen. Aber unter dem Strich könnten Sie sogar profitieren: Da Sie in einen steuergünstigen Kanton umziehen, können Sie mit geringeren Steuerausgaben rechnen. Denn der anerkannte Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf, worin auch die Ausgaben für die Steuern enthalten sind, ist gesamtschweizerisch identisch. Er beträgt 18'140 Franken.

Mit Ihrem Umzug wird der neue Wohnkanton zuständig für die Auszahlung Ihrer EL. Es ist ratsam, dass Sie sich rechtzeitig bei der neuen Wohngemeinde anmelden und dort auch sofort EL beantragen.

Übrigens wird auch Ihre Witwenrente nicht mehr vom Kanton St. Gallen ausgerichtet. Die Höhe der Rente wird sich dadurch aber nicht ändern.

Anzeige