1. Ungerechtfertigte Renten aufheben

Wenn die IV 12500 Renten überprüft, darf sie Entscheide nicht davon abhängig machen, ob sich jemand auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich reintegrieren lässt. Andernfalls schafft die IV zwei Kategorien von Entscheiden: Bei Neuabklärungen solche, die allein aufgrund von ­medizinischen Befunden zustande kommen. Bei der Überprüfung ­bestehender Renten dagegen solche, die vom konkreten Erfolg im Job abhängen. Letzteres kann vom IV-Rentner stark beeinflusst werden, eine Rückkehr in die Rente wird ihm relativ leicht gemacht. Wer aber grundsätzlich als arbeitsfähig eingestuft wird, kann deswegen keine Jobgarantie verlangen. Findet er keine Arbeit, muss er sich ­notfalls mit Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe durchschlagen, wie andere Arbeitsfähige auch.

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2. Sensibilisierung der Arbeitgeber

Wer jahrelang eine IV-Rente bezogen hat, wird es nicht ­einfach haben, eine Stelle zu finden. Viele Arbeitgeber sehen sich bereits über­fordert, wenn es darum geht, bestehende Mitarbeiter zu halten, deren Arbeitsfähigkeit durch Unfall oder Krankheit ­plötzlich eingeschränkt ist. Arbeitgeber und Angestellte müssen ­sensibilisiert und darauf ­vorbereitet werden, dass künftig in jedem Unternehmen auch ein­geschränkt arbeitsfähige Kollegen eingestellt werden – auch in der Wirtschaftskrise. Falls ­dies nicht gelingt, werden die meisten ehemaligen IV-Rentner über kurz oder lang in der ­Sozialhilfe landen.

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3. Arbeiten trotz IV-Rente

Arbeitsfähigkeit ist relativ. Manche IV-Bezüger würden gern arbeiten, können aber keine volle Leistung erbringen. Wenn sie eine ent­sprechende Stelle finden und zudem einen finanziellen Anreiz er­halten würden, könnten sie schrittweise in die Arbeitswelt reintegriert werden. Einige Firmen haben vorgemacht, dass dies funktioniert. Die Angestellten erhalten eine IV-Rente und für ihre Arbeits­leistung ­einen bescheidenen Stundenlohn. Heute müssen sie aber das meiste, was ihre Rente übersteigt, wieder abgeben. Wenn sie 10 oder 20 Prozent für sich behalten könnten, wäre das eine ­zusätzliche Motivation für den Schritt zurück ins Arbeitsleben. Die IV wird finanziell zwar nur bescheiden entlastet, die Integration mindert aber medizinische und soziale Folgekosten.

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4. Übergreifendes Fallmanagement

Wenn unklar ist, ob jemand eine IV-Rente erhalten wird oder sich an ein anderes Sozialwerk wenden muss, braucht es einen Fallmanager, der die Person betreut, bis ein Entscheid gefallen ist. Zu oft kommt es noch vor, dass Fälle einfach an eine andere Institution abgeschoben werden. Ein institutionenübergreifendes Case-Management kann dies verhindern. Der Fallmanager darf dabei kein Interesse daran ­haben, eine Person loszuwerden, um die eigene Institution zu entlasten. Sein Bestreben muss es vielmehr sein, den Fall in überschaubarer Zeit optimal zu lösen. Bis dahin muss er dafür auch verantwortlich bleiben.

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Illustrationen: Bruno Muff