Der Angestellte der Sicherheitsfirma ­Alpha Protect lauerte Marianne Meier (Name geändert) gar plump auf: Mit Sonnenbrille getarnt, versteckte er sich im Gebüsch oder sass im Auto. Doch die 38-Jährige, die vor über zehn Jahren unverschuldet in ­einen schweren Autounfall ver­wickelt war und seither IV-Bezügerin ist, liess sich die Beschattung nicht gefallen. Als sie sich das Kennzeichen notierte, sprang der Spitzel ins Auto und brauste filmreif davon.

Meier gab nicht auf. Gestützt auf das Datenschutzgesetz, verlangte sie bei Alpha Protect Auskunft über ihre Daten. Drei Monate lang hörte sie nichts – trotz gesetzlichem Anspruch auf Auskunft. Erst als sich der Beobachter einschaltet, erhält sie eine Antwort. Wenn auch eine wenig erbauende: Die Sicherheitsfirma weigert sich weiterhin, die Daten herauszurücken. Sie argumentiert, im Auftrag Dritter zu handeln. Zudem handle es sich nur um «Beobachtungen».

Inzwischen behauptet Alpha Protect sogar, sie besitze keine Daten mehr über die Frau. Alle Unterlagen seien der Zürich-Versicherung weitergegeben worden, von der Marianne Meier eine kleine Rente erhält. Dort wiederum wird die Bespitzelung zuerst abgestritten. Später heisst es, die Daten seien vernichtet worden.

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Der Rat des eidgenössischen Datenschützers: «Wer keine befriedigende Auskunft erhält, soll ein zweites Begehren ­stellen», sagt Sprecherin Eliane Schmid. Wird die Einsicht wieder verweigert, soll die betroffene Person bei der örtlichen ­Polizei zuhanden des Untersuchungsrichteramts eine «Klage zur Durchsetzung des Auskunftsrechts» einreichen und auf die Strafnorm des Gesetzes hinweisen (Artikel 34).

Weitere Infos zum Datenschutz

Merkblatt (PDF, 51 kb) «So schützen Sie sich im Datendschungel»

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