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Soziale AbsicherungDas haben Paare in der Kasse

Von der Familiengründung über die Pensionierung bis zum Tod: Was die verschiedenen Lebensphasen für die finanzielle Absicherung bedeuten.

«Wie viel Geld bleibt uns mit einem Kind?». Diese Frage stellen sich Verheiratete oft.
von aktualisiert am 01. Februar 2018

Heirat und Kind

Pia und Urs, knapp über 30, erwarten ihr erstes Kind.
 

AHV

Solange Pia und Urs arbeiten, bezahlen sie je eigene AHV-Beiträge. Wer die Arbeit aufgibt, ist über den Ehepartner gedeckt, falls dieser den doppelten Mindestbeitrag (2 x 478 Franken = 956 Franken) im Jahr einzahlt. Zudem erhalten beide ab Geburt des Kindes je hälftig Erziehungsgutschriften von 42'300 Franken im Jahr auf ihrem AHV-Konto gutgeschrieben.


 

Pensionskasse

Pia und Urs zahlen PK-Beiträge, falls ihr jährliches Einkommen je 21'150 Franken übersteigt. Die Lohnabzüge gehen jeweils in die eigene Vorsorgeeinrichtung. Wenn einer nicht mehr berufstätig ist oder weniger als 21'150 Franken verdient, wird sein Alterskapital bei einer Bank oder Versicherung deponiert. Und falls einer PK-Geld für Wohneigentum oder Selbständigkeit abzieht, braucht er die Unterschrift des anderen.
 

Familienzulagen
Ab Geburt gibt es Kinderzulagen, je nach Kanton zwischen 200 und 400 Franken monatlich. Einige Kantone bezahlen zudem eine einmalige Geburts- oder Adoptionszulage bis zu 3000 Franken.

 

 

Krankenkasse

Wenn ein Elternteil weniger verdient, hat die Familie eventuell Anspruch auf Verbilligung der Krankenkassenprämien.

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Pensionierung

Anna und Karl sind seit über 30 Jahren verheiratet. Anna ist 62 und Hausfrau, Karl wird dieses Jahr 65.

 

AHV

Karl hat seinen Rentenanspruch frühzeitig gemeldet. Im Monat nach dem 65. Geburtstag erhält er erstmals AHV. Er hätte die Pensionierung auch fünf Jahre aufschieben oder zwei Jahre früher abrufen können. Je nachdem gibt es mehr oder weniger Rente. Sobald Karl pensioniert ist und bis sie selber mit 64 in Rente geht, zahlt Anna Nichterwerbstätigenbeiträge an die AHV.

Sobald auch Anna pensioniert wird, erfolgt das Splitting des AHV-Kontos: Die Beiträge von Frau und Mann während der Ehejahre werden aufgeteilt, und die Rente des Mannes wird neu berechnet. Beide Renten zusammen dürfen aber 3525 Franken monatlich nicht übersteigen, das heisst, sie werden auf diesen Betrag plafoniert. Falls Anna und Karl Kinder haben, die unter 18 oder maximal 25 und in Ausbildung sind, können sie nun eine Kinderrente beziehen.
 

 

Pensionskasse

Karl erhält eine Altersrente aus der Pensionskasse. Er hat 500'000 Franken angespart und war nur obligatorisch versichert. Deshalb erhält er 2833 Franken im Monat (aktueller Umwandlungssatz von 6,8 Prozent). Falls eines seiner Kinder in Ausbildung oder noch nicht 18 ist, kann es bis zum 25. Altersjahr zusätzlich eine Kinderrente von 20 Prozent der Altersrente von der Pensionskasse beziehen. Wenn Karl einen Teil des Kapitals ausbezahlt will und so seine Rente verkleinert, braucht er Annas Unterschrift.

Anna wird mit 64 keine PK-Rente erhalten, da ihr Alterskapital in der zweiten Säule auf einem Freizügigkeitskonto liegt. Sie kann frühestens fünf Jahre vor der ordentlichen Pensionierung bis spätestens fünf Jahre danach darüber verfügen.

 

+ Familienzulagen
Da weder Karl noch Anna erwerbstätig sind, fallen die Familienzulagen im AHV-Alter weg und werden mit den Kinderrenten kompensiert.

 

+ Ergänzungsleistungen
Wenn AHV-Rentner zu wenig Geld für den lebensnotwendigen Unterhalt haben, haben sie Anspruch auf EL. Das ist bei Anna und Karl wegen ihres Einkommens nicht der Fall. Anders könnte es aber aussehen, wenn einer von beiden ins Heim geht.

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Tod

Was aber, wenn ein Ehegatte stirbt?

 

AHV

Beim überlebenden Ehegatten wird die Plafonierung der AHV-Rente aufgehoben. Er erhält zusätzlich einen Verwitwetenzuschlag von 20 Prozent. Es werden aber maximal 2350 Franken ausbezahlt.

Kinder, die unter 18 oder maximal 25 und in Ausbildung sind, erhalten eine Halbwaisenrente von 40 Prozent der Altersrente des Verstorbenen. Wenn beide Eltern sterben, beträgt die Waisenrente 60 Prozent.
 

 

Pensionskasse

Falls Karl stirbt, erhält Anna zusätzlich eine Witwenrente aus der Pensionskasse – in der Regel 60 Prozent von Karls Altersrente. Falls Anna stirbt, gibt es für Karl keine zusätzliche Rente, da Anna nicht mehr bei einer Pensionskasse war, sondern ihr Freizügigkeitskapital bereits erhalten hat. Kinder, die unter 18 oder maximal 25 und in Ausbildung sind, erhalten bei Karls Tod eine Halbwaisenrente von 20 Prozent von seiner Rente.

 

+ Ergänzungsleistungen
Wenn es beim überlebenden Ehegatten knapp wird, sollte er oder sie den Anspruch auf Ergänzungsleistungen prüfen.

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Was bedeuten Begriffe wie Plafonierung der AHV-Rente oder Splitting? Guider-Mitglieder erhalten weiterführende Informationen, mit welchem Einkommen sie im Alter rechnen und wie sie sich gegen einen Entscheid der AHV wehren können.

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