«Anleihenportefeuille mit Absolute-Return-Ansatz: die optimale Plattform in jedem Zinsumfeld»: So bewirbt die Grossbank UBS ihren Anlagefonds UBS Absolute Return Bond. Weiter ist zu lesen, dass «das Verlustrisiko möglichst gering gehalten wird». Absolute Return - das bedeutet so viel wie: in jeder Marktsituation eine positive Rendite erwirtschaften. Die ideale Anlageform also für den sicherheitsbewussten Anleger, der sein Vermögen mindestens werterhaltend investieren möchte. Dafür kassiert die UBS eine stattliche jährliche Verwaltungsgebühr.

Von diesem Fonds liess sich auch Walter Garbely aus Sitten überzeugen. Er investierte Mitte Januar 2007 einen schönen Teil seines Pensionskapitals in diesen Obligationenfonds. «Verlieren sei fast nicht möglich, sagte mein Bankberater», erinnert sich Garbely. Von einer jährlichen Rendite von drei bis vier Prozent war die Rede, jedoch ohne Garantie und mit einem Anlagehorizont von etwa drei Jahren.

Genau ein Jahr später steht der Fonds mit zehn Prozent im Minus. Der Anlagefonds leidet an derselben Krankheit wie die UBS auch - an der US-Hypothekenkrise. Über 20 Prozent des Fondsvermögens sind in Hypothekenpapieren angelegt, dazu kommen weitere Obligationen mit schlechter Bonität. «Es muss zwar weiterhin mit schwankenden Phasen gerechnet werden, doch beurteilen wir die Zukunft optimistischer als 2007», sagt UBS-Sprecherin Tatjana Domke dem Beobachter.

Walter Garbelys Ärger über die UBS ist dennoch gross: Den Verlust wird er über Jahre hinweg nicht wieder wettmachen; er hat seinen Fonds unterdessen verkauft und den Erlös in Festgeld und Kassenobligationen angelegt.