Das war ein grober Fehler, Christoph Meili. Per Youtube-Filmli reichten Sie vor wenigen Wochen bei der UBS eine Bewerbung ein. Nach dem markanten Einstiegssatz: «Ich möchte mich offiziell bewerben», gönnten Sie sich erst mal einen kräftigen Schluck aus dem Weinglas und erklärten dann - quasi frisch gestärkt -, wie Sie die Bank vor dem angeblich drohenden Bankrott zu retten gedenken. «Wenn ihr wollt, dass ich etwas für euch tue», schliessen Sie Ihren Kurzvortrag, «dann let me know.»

Dass aus dem Job nichts geworden ist, überrascht uns nicht. Die Idee mag zwar originell sein, doch wie die meisten Unternehmen akzeptiert die UBS keine Videobewerbungen. Diese Enttäuschung hätten Sie sich ersparen können. Regel Nummer eins bei Blindbewerbungen lautet, sich beim Personalchef des Unternehmens zu erkundigen, in welcher Form Bewerbungen erwünscht sind. Verbreitet sind heute Onlinebewerbungen. Schicken Sie Ihr Dossier im PDF-Format und achten Sie darauf, dass die Dateigrösse drei Megabytes nicht überschreitet. Vergessen Sie nicht, Ihr Rechtschreibprogramm zu benutzen, und verzichten Sie auf Abkürzungen, Smileys und kitschige Animationen. Verwenden Sie zudem keine ausgefallenen oder intimen Absenderadressen wie etwa chaeferli@adresse.ch

Sollten Sie es je zu einem Vorstellungsgespräch schaffen, so sprechen Sie mehrere Gesprächspartner mit «Sie» und nicht mit «ihr» an. Und noch etwas: Alkoholkonsum während des Bewerbungsgesprächs kommt nicht überall gut an.

Weiterhin viel Erfolg, Gabriela Baumgartner