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BankenFinanzhaie: Phantombank zockt ab

Minimum 8,5 Prozent Rendite verspricht eine Zürcher Bank, die es gar nicht gibt. «Es kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gesagt werden, dass die Gefahr des Anlagebetrugs in diesem Fall sehr gross ist», mahnt die Schutzgemeinschaft der Investoren Schweiz (SIS) und schlägt Alarm: «Vor diesem Institut kann der Anleger nur gewarnt werden. Er würde sein Geld einem Institut anvertrauen, das – so die bisherigen Erkenntnisse – rechtlich gar nicht existiert.»

Diese deutlichen Worte betreffen den jüngsten Stern am Schweizer Abzockerhimmel: 8,5 bis 15 Prozent Rendite auf allen «Festgeldanlagen ab 50'000 D-Mark» verspricht eine «Schweizer Spar- und Darlehenskasse AG» in Zürich in deutschen Inseraten. Doch mit dieser Firma stimmt einiges nicht: Sie ist in der Schweiz nirgends im Handelsregister eingetragen und verfügt deshalb nicht über die notwendige Bewilligung, die Bezeichnung «Schweizer» im Firmennamen zu führen.

Auch die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) in Bern weiss von der angeblichen Bank nichts. Sollte sie aber. Denn wer sich als «Sparkasse» oder «Darlehenskasse» bezeichnet und Bankgeschäfte anbietet, muss bei der EBK eine Bewilligung einholen, die nur bei der Erfüllung strengster Auflagen erteilt wird.

Die wohlklingende Adresse der Firma im «Zurich World Trade Center» führt lediglich zu einem Büroservice. Dort will man «nicht Stellung nehmen» und verweist auf den Geschäftsführer der Firma. Der ist aber dauernd an Sitzungen oder sonstwie nicht erreichbar.

Veröffentlicht am 10. August 2000