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RetrozessionenSKS ruft zu Klagen gegen Banken auf

Kunden sollen gmäss dem SKS zivilrechtlich gegen die Banken vorgehen, um die Geldinstitute zu zwingen, die Retrozessionen auszuzahlen.

Der erste Sitz der heutigen UBS an der Bahnhofstrasse 44 in Zürich. Das Bild stammt aus dem Jahr 1912.
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Die Blockadestrategie der Banken bei der Rückgabe von Retrozessionen ging bisher auf: Wenn überhaupt, speisen sie ihre Vermögensverwaltungskunden mit geringfügigen Zahlungen ab.

Das dürfe so nicht bleiben, sagt Janine Jakob von der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS). «Die Banken werden ihre Praxis wohl erst ändern, wenn Kunden zivilrechtlich gegen sie vorgehen.» Scheitere die Vermittlung durch den Bankenombudsmann, empfiehlt die SKS den Gang vor Gericht. «Bevor man einen Anwalt nimmt, sollte man klären, ob die Rechtsschutzversicherung die Kosten deckt», rät Marcel Weigele vom Beobachter-Beratungszentrum.

Kunden nicken Angebot ab

Der Zürcher Anwalt Daniel Fischer bereitet Klagen gegen die UBS vor. Der Versuch, eine grosse Zahl von Klägern zu gruppieren, ist nur teilweise geglückt. «Eine solche braucht es aber. Für einzelne Kunden lohnt es sich kaum, das Prozessrisiko einzugehen», so Fischer. Die UBS bietet Kunden nur eine Rückzahlung von Retrozessionen für 2008 bis heute an. Forderungen, die mehr als fünf Jahre zurückliegen, seien nichtig. Gemäss einem Urteil des Zürcher Obergerichts gilt jedoch eine zehnjährige Verjährungsfrist.

Wie Briefe von Beobachter-Lesern zeigen, akzeptieren Kunden das Angebot der Banken, um wenigstens einen Teil der Retrozessionen zu bekommen. «Auch wenn ich überzeugt bin, dass die UBS im Unrecht ist», wie ein Leser schrieb.

Veröffentlicht am 16. April 2013