Letzten Sommer musste CVP-Nationalrat Peter Hess, damals noch Präsident der grossen Kammer im Parlament, unter politischem Druck alle seine Verwaltungsratsmandate abgeben. Darunter auch das VR-Präsidium bei der PowerPulse Holding AG in Zug, die sich mit alternativen Energien befasst. Im Nachhinein erweist sich dieser Schritt für Hess als Glücksfall: Für das unrühmliche Ende der zum Zeitpunkt seines Rücktritts bereits angeschlagenen PowerPulse Holding AG kann er nun nicht mehr verantwortlich gemacht werden.

Dass die Firma ein Sanierungsfall ist, erfuhren die Anleger bereits an einer Obligationärsversammlung im September: Um eine Nachlassstundung oder gar einen Konkurs abzuwenden, wurde ihnen von der neuen Verwaltung dringend empfohlen, ihre Wandelobligationen im Gesamtwert von rund 3,5 Millionen Franken in Aktien umzuwandeln. Nur dann seien die bisherigen Grossaktionäre der PowerPulse Holding AG bereit, neues Kapital einzuschiessen. Unter dem Druck des angedrohten Kapitalverlustes im Fall eines Gangs zum Konkursrichter stimmten die Obligationäre dem Antrag widerwillig zu.

Während die Kleinanleger so ihren Teil zu den Sanierungsbemühungen beitrugen, lösten die Grossaktionäre ihrerseits die Zusage aber nicht ein. «Für eine Mehrheit der Grossaktionäre ist das zu erwartende Ertrags- und Risikopotenzial eines erneuten Investments unter Berücksichtigung der vergangenen Erfahrungen zu unausgewogen», hiess es plötzlich in einem Brief des Verwaltungsrats an die Anleger von Mitte November. Konsequenz: Die «überschuldete und zahlungsunfähige» PowerPulse Holding AG – Reinverlust per Ende Oktober: 15,5 Millionen Franken – müsse nun doch beim Zuger Handelsgericht die Bilanz deponieren. Während für die Gläubiger, so ist im Brief weiter zu lesen, immerhin noch eine Liquidationsdividende möglich scheine, dürften die Aktionäre jedoch «mit hoher Wahrscheinlichkeit leer ausgehen».

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Es ist nur verständlich, dass sich nun die kürzlich zu Aktionären mutierten Obligationäre grob getäuscht fühlen. Noch ist die Umwandlung aber nicht definitiv: Darüber muss jetzt laut dem neuen PowerPulse-Verwaltungsratspräsidenten Erich Haas der Nachlassrichter entscheiden.