Münze um Münze hatte Claude Kolly sein Sparschwein gefüttert, bis der grosse Moment gekommen war, es zur «Schlachtbank» zu führen. Dann kam der Schock: Als die 164 Franken und 90 Rappen ausgezählt waren, wurden zehn Franken gleich wieder abgezogen – Gebühren fürs Münzzählen. Das Schalterpersonal der Coop-Bank in Thun liess nicht mit sich reden: Vorschrift sei nun mal Vorschrift.

Dafür redete sich Nicole Kolly, die Mutter des um seinen Spareifer geprellten Elfjährigen, in Wut. «Ich finde es eine Masslosigkeit, bei einem Kind einen solch unverhältnismässigen Abzug vorzunehmen», ärgerte sie sich über das mangelnde Fingerspitzengefühl der Bänkler. Dies umso mehr, als Claude seit seiner Geburt ein Konto bei der Coop-Bank habe.

Dies fand auch der Beobachter und ermunterte Nicole Kolly zu einem geharnischten Brief an die Direktion. Was Erfolg zeigte: Jugendliche Sparer seien tatsächlich von der Gebührenpflicht ausgenommen, räumte die Bank ein und schenkte dem jungen Kunden als Wiedergutmachung ein «Sparelefäntli» mit einem Startkapital von 20 Franken.

Anzeige