Hedy Jager hats nicht einfach: So sehr sich die Gemeindepräsidentin von Freienbach SZ ein Defizit wünscht es will nicht klappen. Ende dieses Jahres bleibt ein Überschuss von sechs Millionen Franken in der Kasse; budgetiert war ein Verlust von sieben Millionen. Schon letztes Jahr hatte der Überschuss 13 Millionen über dem Voranschlag gelegen.

Darum senkte die steuergünstigste Schweizer Gemeinde per Anfang 2001 erneut ihren Steuerfuss mit dem Ziel, dank weniger Steuereinnahmen endlich eine ausgeglichene oder gar defizitäre Rechnung zu erzielen. Denn von Überschüssen hat man in Freienbach genug: Bereits jetzt liegen mehr als 70 Millionen Franken Eigenkapital auf der Bank.

Doch passiert ist aufgrund der Steuersenkungsstrategie das Gegenteil: Noch mehr Reiche wurden in die Wohngemeinde von Martin Ebner & Co. gelockt, und ein Ende ist nicht abzusehen. Als Folge davon wächst der Steuerertrag weiter an.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es allerdings. «Ab nächstem Jahr müssen wir rund 15 Millionen für den innerkantonalen Finanzausgleich bezahlen. Das wird unser Problem entschärfen», sagt Jager. Im Voranschlag 2002 rechne ihre Gemeinde deshalb «jetzt wirklich mit einem Defizit».

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