Rentnerin Hedy Buser wandte sich vertrauensvoll an ihre Hausbank. Für das Pensionskassenkapital, das sie sich hatte auszahlen lassen, wollte sie eine etwas höhere Rendite erzielen – mit vertretbarem Risiko.

Auf Anraten ihrer Kantonalbank kaufte sie für 200'000 Franken Swissair-Obligationen und investierte damit einen beträchtlichen Anteil ihrer Altersvorsorge in die Fluggesellschaft. Und das zu einem Zeitpunkt, als diese Obligationen bereits eine Rendite von 7,25 Prozent aufwiesen – ein klares Zeichen, dass es um die Gesellschaft nicht zum Besten stand. Nach dem Airlinekollaps schaltete Hedy Buser den Bankenombudsmann Hanspeter Häni ein. Dieser kritisierte die Kantonalbank: Den Fachleuten hätte klar sein müssen, wie risikobehaftet die Anlage zu diesem Zeitpunkt war.

Bank blieb zunächst stur
Weiterer Kritikpunkt Hänis: Die Bank habe es versäumt, das Kapital von Hedy Buser ausreichend auf verschiedene Anlagen zu verteilen, um Klumpenrisiken zu vermeiden. «Die Grösse der gewählten Tranchen lässt sich auch mit dem Argument, die Kundin könne so ihren Lebensunterhalt besser planen, nicht rechtfertigen», schrieb er der Bank. Doch dieser Rüffel kümmerte die Bank wenig; sie war nicht im Mindesten bereit, einen Teil des Schadens zu übernehmen. «Unsere guten Gründe machen eine Zustimmung zur Schadloshaltung der Kundin unmöglich», schrieb sie zurück.

Dabei ist spätestens seit dem Konkursfall der Firma Biber bekannt, dass auch in der Schweiz Obligationenanlagen breit gestreut angelegt werden müssen. Jeder seriöse Anlageberater hält sich an diese Regel.

Auch auf die erste Intervention des Beobachters hin reagierte die Bank negativ. Erst nach einem Treffen des Beobachter-Experten mit Bankvertretern lenkte die Bank teilweise ein: Die Kantonalbank zahlt nun 100'000 Franken zurück.

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