Das Angebot ist zu gut, um wahr zu sein: «West-River Management vermittelt im Auftrag der Aurofunds Corp., New York, ein Finanzprodukt mit einer Verzinsung von 20 Prozent», verspricht die Zürcher Anlagefirma in ihren Werbeprospekten – und weiter: «Aurofunds garantiert Zinsen und Kapital.»

Diese Traumrendite soll angeblich mit «Börsengeschäften mit in New York und an anderen US-Finanzplätzen gehandelten Aktien» erzielt werden.

Es fehlt eine Banklizenz
Zwar sind Renditen von 20 Prozent nicht unrealistisch – allerdings nur wenn die Börse boomt. Ebenso realistisch sind jedoch auch Verluste in derselben Höhe. Eine fixe Rendite für solche Geschäfte zu garantieren gilt unter Finanzexperten deshalb als unseriös – und ist nach schweizerischem Recht unter Umständen sogar illegal. Denn wer Kundengelder gegen eine feste Verzinsung entgegennimmt, braucht eine Banklizenz.

Prompt hat die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) kürzlich eine Untersuchung eingeleitet. «Der Fall schien uns problematisch», so EBK-Sprecherin Dina Balleyguier. Denn laut der EBK verfügen weder die Aurofunds noch ihre angebliche Muttergesellschaft TSC Financial über die in den USA nötigen Bewilligungen.

Inzwischen hat sich allerdings herausgestellt, dass die West-River Management AG als reine Anlagenvermittlerin nicht der EBK-Aufsicht untersteht. Dina Balleyguier: «Wir mussten das Verfahren ohne Massnahmen abschliessen.»

Dennoch bleibt eine Reihe von Ungereimtheiten. So legt West-River ihren Kunden ein «Empfehlungsschreiben» der Bank of New York vor – als Beweis für die Seriosität ihrer US-Partner. Seltsamerweise handelt es sich dabei nur um eine «Abschrift». Das Original sei in Zürich einsehbar, heisst es. Doch die Firma ist gar nicht in Zürich domiziliert, sondern bei einer Anwaltskanzlei in Stans. Aber auch in Nidwalden würden enttäuschte Ankläger wohl vergeblich anklopfen. «Gerichtsstand ist New York», steht im Kleingedruckten der Firmenprospekte.

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«Alleinaktionär» der West-River Management ist ein gewisser Edwin Schweizer. «Ich brauche keine Bewilligung», erklärte er schon vor Abschluss der EBK-Uberprüfung selbstbewusst. Der Mann hat Erfahrung: Es war nämlich nicht das erste Mal, dass die Behörden ihm auf die Finger schauten.