Lehman Brothers ist voraussichtlich die einzige Bank, die im Strudel der Finanzkrise gänzlich untergeht - und mit ihr Forderungen von Schweizer Anlegern in der Höhe von 650 Millionen Franken. Investiert hatten die Kunden in hochkomplexe Anlageinstrumente, sogenannt strukturierte Produkte. Gelockt wurden sie mit einem «100-prozentigen Kapitalschutz»: Das investierte Geld sollten sie nach Ende der Laufzeit auf jeden Fall zurückerhalten.

Auch Theo Grütter (79) hatte bei seiner Hausbank, der Luzerner Kantonalbank (LUKB), für 10'000 Franken ein solches Lehman-Produkt gekauft. «Der Berater kannte mein zurückhaltendes Risikoprofil und wusste, dass ich als Rentner auf das Geld angewiesen bin», sagt Grütter. Es war «klar», dass er nur ein sehr sicheres Geldanlageprodukt wollte.

Ende Juli rief ihn der Berater an und wies ihn auf den Kurszerfall hin. Grütter verkaufte mit zwölf Prozent Verlust, beschwerte sich aber gleichzeitig bei der Bank. Der Vorgesetzte behauptete, Lehman werde zweifellos gerettet, der Kurs steige bereits wieder. Auf Anraten der LUKB kaufte Grütter die Papiere zurück. Als es definitiv bachab ging, warnte ihn die Bank nicht mehr. Rentner Grütter drohte der Totalverlust.

«Der Anleger trägt das Ausfallrisiko», betonte die Kantonalbank zuerst. Nun hat sich die Bank eines Besseren besonnen: Kleinanleger mit Lehman-Papieren, die unter 100'000 Franken bei der LUKB deponiert haben, erhalten vollen Kapitalschutz auf die faulen Papiere. Theo Grütter kann aufatmen.

Quelle: Luzerner Kantonalbank