Der Nachhaltigkeitsgedanke stammt aus der Forstwirtschaft und sollte im 18. Jahrhundert der unkontrollierten Abholzung der Wälder Einhalt gebieten. 1987 hat ihn die Uno unter der Norwegerin Gro Harlem Brundtland aufgegriffen und präzisiert: Demnach gilt eine Entwicklung als nachhaltig, wenn sie «den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen». Nachhaltigkeit ist also ein langfristiger, generationenübergreifender Ansatz, der im Widerspruch zur vorherrschenden kurzfristigen Renditemaximierung an den Finanzmärkten steht. Hinter nachhaltigen Geldanlagen steht die Überzeugung, dass sich ökologisches und sozial verantwortliches Verhalten auf lange Sicht auch für die Unternehmen und deren Aktionäre auszahlt. Auch Bäume wachsen schliesslich nicht von heute auf morgen in den Himmel.

So wirken nachhaltige Investments:

  1. Wer direkt (Aktien) oder indirekt (Fonds) Anteile an einem nachhaltigen Unternehmen kauft, stellt diesem Kapital für Wachstum und Entwicklung zur Verfügung. (Achtung: Zertifikate und Derivate sind nur eine Wette auf den Kurs, keine Beteiligung.)

  2. Analysten für Nachhaltigkeit bewerten das ökologische und soziale Verhalten von Unternehmen. Dabei bringen sie allfällige unsaubere Praktiken ans Licht und wirken auf Verhaltensänderungen ein.

  3. Ratingagenturen vergeben Ratings, und Fonds investieren nur in die Besten einer Branche. Der Konkurrenzkampf, zu den Besten zu gehören, spornt die Firmen an.

  4. Die Aufnahme in Nachhaltigkeitsfonds ist eine Bestätigung für das Umwelt- und Sozialmanagement einer Firma und stärkt die Position der Verantwortlichen innerhalb des Unternehmens.

  5. Nachhaltigkeitsfonds sind langfristige Investoren und keine kurzfristigen «Nach-mir-die-Sintflut-Spekulanten». Das ermöglicht den Unternehmen, langfristige Strategien zum Wohle aller zu entwickeln.

Nachhaltigkeitsindizes: Spektakuläre Entwicklung

Verschiedene Indizes bilden die Entwicklung nachhaltiger Aktien ab: Bereits seit 1997 gibt es zum Beispiel den Natur-Aktien-Index (NAI). Der Hamburger Fonds «GreenEffects» bildet diesen Index eins zu eins nach. Ein weiterer Indexpionier ist die Zürcher SAM Group: Sie entwickelte mit den Dow Jones Sustainability Indexes 1999 eine ganze nachhaltige Indexfamilie. Ein Pionier im Bereich Indexbildung ist auch der österreichische Öko-Invest-Verlag von Max Deml.

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