Wer über die BZ Berater-Zentrum AG in Zürich eine «Fonds-Plus-Police» der liechtensteinischen Versicherungsgesellschaft Aspecta abschliesst, füttert über hohe Abschlussgebühren vor allem die Kassen der BZ-Agenten: In einer «unverbindlichen Modellrechnung» operieren die Berater mit einer Beitragssumme von total 62’400 Franken bei einer Laufzeit von 26 Jahren. Nur: Wenn ein Kunde die Police frühzeitig auflösen will, bekommt er im besten Fall nach neun Jahren mehr Geld zurück, als er einbezahlt hat - vorausgesetzt, der Fonds erzielt eine stolze Wertsteigerung von durchschnittlich neun Prozent. Das Kapitalanlagerisiko trägt nämlich einzig und allein der Versicherungsnehmer.

Mit den hohen Provisionen wird die Vertriebsstruktur der mittlerweile auch in Deutschland, Österreich und Ungarn aktiven BZ finanziert: Die Agenten kassieren je nach «Leistungsstufe», die sie dank ihren Umsätzen erklimmen. Der Provisionssatz beträgt auf der untersten Stufe elf Franken und macht ganz oben beim Direktor 45 Franken aus. Einer von ihnen ist Gerhard Schmutz, der schon mit diversen Strukturvertrieben Schiffbruch erlitten hat (siehe Artikel «ITE AG: Mit Saus und Braus in die Pleite»).

Jeder Agent muss ständig neue Kunden ansprechen und weitere Verkäufer anheuern. «Den armen Schweinen, die darauf hereinfallen, wird das Blaue vom Himmel versprochen», poltert ein M. Carsten im Internetforum der Fernsehsendung «Kassensturz».

Mehrere Fragen des Beobachters wollte BZ-Chef Marco Gerzetti «nicht beantworten». Man pflege nicht den «Frust-Problem-Journalismus», schreibt er in der BZ-Firmenzeitung.

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