«Wir können Sie beruhigen, denn die bei Postfinance angelegten Gelder sind äusserst sicher», schrieb eine Beraterin von Postfinance an Werner Frei, der ein sicheres Konto für seine Altersvorsorge suchte. «Postfinance hat die Staatsgarantie des Bundes auch für das Vorsorgekonto 3a.» Im Vertrauen darauf überwies Frei seine 3a-Gelder der Post; denn er glaubte davon ausgehen zu können, dass der Bund für jeden Rappen geradestehen würde. Vor vier Wochen fiel Frei aus allen Wolken. Postfinance-Sprecher Marc Andrey gestand ein, dass die Staatsgarantie für die 3a-Konti der Post nicht gelten würden, weil diese von einer UBS-Stiftung geführt werden (siehe Artikel zum Thema «Postfinance: Vorsorgesparer getäuscht»). Nur 30'000 Franken seien abgesichert.
Wieso wurde Frei von Postfinance falsch beraten? «Es kann leider vorkommen, dass einem Kunden eine unrichtige Auskunft gegeben wird», erklärt Andrey.Doch nicht nur Frei wurde von Postfinance falsch beraten, sondern auch mindestens drei weitere Kunden, die sich verärgert beim Beobachter gemeldet haben. In einem Fall erteilte sogar eine stellvertretende Bereichsleiterin eine unrichtige Auskunft. «Bei Postfinance nehmen rund 850 Mitarbeitende direkten Kundenkontakt wahr», meint Andrey. «Eine unrichtige Auskunft können wir nie ganz ausschliessen.»

«Besser begleitet», verspricht Postfinance in ihrer Werbung - «gut» würde eigentlich schon reichen.

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