Über sieben Milliarden Schulden der BZ Gruppe - so wird vermutet - und schwache Aktienmärkte haben den Ebner Visionen starke Kursverluste gebracht. Die Übernahme der Visionen durch die ZKB dürfte die Anlegerängste nicht beruhigen. Im Gegenteil: Unsicherheit, hohes Anlagerisiko sowie fragwürdige Führungsgrössen dürften weiter für Diskussionsstoff sorgen. Die Anleger stellen sich verschiedene Fragen:

  • Macht eine Depotauflösung bei der BZ Bank Sinn?
    Der Anleger sollte je nach Risikofähigkeit, Einkommens- und Vermögensverhältnissen entscheiden: Eine Depotauflösung bei der BZ Bank (und natürlich auch bei anderen Banken) ist dann angebracht, wenn weitere Kursverluste nicht tragbar sind, wenn demnächst auf das Ersparte zurückgegriffen werden muss oder wenn keine andere Anlagen im Depot vorhanden sind.

  • Sollen vor rund zwei Jahren erworbene Visionen behalten oder verkauft werden?
    Es gilt sich des Risikos der einzelnen Visionen bewusst zu sein und sich die Frage zu stellen: Ist die Bereitschaft vorhanden, allfällige weitere Verluste bei den Visionen zu tragen? Falls weitere Kursverluste nicht tragbar sind und der Anleger auf das Ersparte angewiesen ist, sollten die Visionen verkauft werden. Wer sich nicht ganz sicher ist, kann auch mit einem Teilabbau beginnen. Nur wer die Risikofähigkeit besitzt und die Zukunft der einzelnen Visionen auf Herz und Nieren prüfen kann, hat eine gute Ausgangslage, um weiter mit Ebner Visionen zu spekulieren.

  • Bilden die Visionen ein Klumpenrisiko und wie kann dieses umgangen werden?
    Aufgrund der wenigen Aktien in den Visionen sind gewisse Klumpenrisiken gegeben. Umgangen werden diese durch einen Teilabbau oder einen kompletten Verkauf der Visionen. Die Wiederanlage könnte dann in Aktien-und/oder Indexfonds erfolgen, vorausgesetzt die nötige Risikofähigkeit ist vorhanden.
    Aktien- und Indexfonds beinhalten in der Regel Aktien von unterschiedlichen Unternehmen und streuen so das Risiko. In der Fondssprache nennt sich das Diversifikation.

  • Was wird die ZKB mit den Visionen tun?
    Ein anderer Eigentümer hat meist andere Ideen: Es könnten Teilverkäufe oder Ergänzungen von anderen Aktien folgen. Oder beides. Es ist auch möglich, dass die Visionen zu Fonds umfunktioniert werden und dass sich die Gebühren ändern.

  • Ging die ZKB durch den Visionenkauf ein zu hohes Risiko ein?
    Ob die Übernahme der Ebner Visionen teuer oder billig war und somit ein Risiko für die ZKB darstellt, können Aussenstehende heute nur schwer beurteilen. Was der Handel gekostet hat und welche Kreditbedingungen eine Rolle gespielt haben, ist nicht bekannt. Es ist sonderbar, dass sich die BZ-Gruppe und die ZKB auf einen Handel verständigt haben, den sie dem Anlegerpublikum nicht ausführlich erklären.

  • Ist die BZ-Bank konkursgefärdet?
    Derzeit muss die BZ-Bank täglich an die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) rapportieren. Es ist momentan nichts darüber bekannt, dass die BZ-Bank in den Konkurs gehen könnte. Die nicht abschätzbaren Risiken liegen allein bei der BZ-Gruppe.

  • Wurde mit den Visionen Securities Lending betrieben?
    Bei Securities Lending-Geschäften handelt es sich um Geschäfte, bei denen Wertschriften des Kunden gegen Bezahlung einer Kommission an die Bank ausgeliehen werden. Nach Auskunft von Kurt Schiltknecht (Mitglied des Verwaltungsrates der Stillhalter Vision) vom 06.08.02 wurden in den Visionen keine Securities Lending-Geschäfte betrieben.

12.08.02