Die Liegenschaft ist zwar renovationsbedürftig, aber zentral gelegen und nur mit einer kleinen und zinsgünstigen Hypothek belastet – Hardy Blum, Kunstdrucker und Kleinunternehmer, weiss sein Geschäftshaus in Zürich-Albisrieden sehr zu schätzen. Anders seine Bank, die Credit Suisse: Die Hypothek von unter 100'000 Franken sei für die Grossbank wenig interessant, teilte ein Mitarbeiter der Credit Suisse dem Kunstdrucker trotz jahrelanger pünktlicher Zinszahlung unlängst mit.

Kurz darauf folgte ein schriftlicher Vorschlag für eine Kreditneuregelung. Unter anderem sollte die Hypothek bis Ende Jahr um 30 Prozent abbezahlt werden. Noch happiger tönte der Schlusssatz des Schreibens: «Zwecks abschliessender Neuregelung sind die vorhandenen Guthaben auf Ihren Firmenkonti bis auf weiteres blockiert.» Ein harter Schlag für Hardy Blum: «Hätte ich nicht noch genug Geld auf einem anderen Konto, könnte ich den Betrieb schliessen», empört sich der Kleinunternehmer.

Einen rechtlich haltbaren Grund für die Kontenblockierung fand der Beobachter, den Blum zu Rate zog, nicht und intervenierte bei der Credit Suisse. Die Grossbank reagierte überraschend schnell: Schon am nächsten Tag hatte Blum wieder Zugriff auf sein Guthaben. Der zuständige Berater sei ungeschickt vorgegangen, hiess es in der Begründung, die Blockierung der Konti sei nicht gerechtfertigt. Hardy Blum kann das Geld gut gebrauchen – für die geplante sanfte Renovation seiner Geschäftsliegenschaft.

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