Die steigenden Zinsen bereiten vielen Hausbesitzern Sorgen. So kletterte in den letzten zwei Jahren der Referenzzinssatz Libor um fast einen Prozentpunkt in die Höhe. «Je nach Prognose ist bis Ende Jahr noch einmal mit Zinssteigerungen in der Grössenordnung von einem viertel bis drei viertel Prozent zu rechnen», sagt Experte Lorenz Heim vom VZ Vermögenszentrum.

Schon ein Zinsanstieg um zwei Prozentpunkte würde einen Drittel der Hauseigentümer in «finanzielle Schwierigkeiten» bringen. Dies zeigt eine Untersuchung im Auftrag des Internetvergleichsdienstes Comparis. Ein Anstieg um drei Prozentpunkte käme für 17 Prozent gar dem finanziellen Ruin gleich. Was also tun?

Falsch wäre es, den prognostizierten Zinsanstieg einfach auszusitzen. Wer seine Hypothek erneuern oder eine neue aufnehmen muss, sollte mit fixem Zins abschliessen. Wer davon ausgeht, dass die Zeiten tiefer Zinsen definitiv vorbei sind, setzt besser auf lange Laufzeiten: Immer mehr Banken bieten Festhypotheken mit zehn- oder sogar 15-jähriger Laufzeit an.

Trotzdem entscheiden sich viele Hypothekarschuldner für einen lauwarmen Kompromiss: das Standardprodukt fünfjährige Festhypothek. Für Experte Heim «ein klarer Fehler». Wer nach fünf Jahren neu finanzieren müsse, für den könne es teuer werden. Längere Laufzeiten hingegen seien nur unwesentlich teurer.

Interessant sind Forward-Hypotheken für Kreditnehmer, die das Geld erst später brauchen, den Zinssatz aber schon heute fixieren wollen. Gegen eine Prämie offerieren fast alle Geldgeber eine solche Absicherung - mit einer Vorlaufzeit von bis zu zwei Jahren. «Ich empfehle, nicht mehr als die Hälfte des Betrags im Voraus zu fixieren», meint Heim. Denn selbst die Banken treffen mit ihren Zinsprognosen nicht immer ins Schwarze.

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