Unter dem Namen Kinderkrebshilfe Alexander Hasenzwirn tritt eine Organisation im Internet auf, veranstaltet in Zofingen ein Benefizkonzert und weiht dort eine Galerie ein. Doch was genau mit den Einnahmen passieren wird, ist unklar: Die «Foundation» ist in der Schweiz nicht als Stiftung eingetragen, die auf der Homepage annoncierten Aktivitäten sind erst in Planung. Zudem springt die Organisation auf den Begriff Kinderkrebshilfe auf, der seit Jahren mit der Zewo-zertifizierten Kinderkrebshilfe Schweiz verbunden ist. Dazu Hasenzwirn-Stiftungsgründerin Barbara Ayro lapidar: «Der Name ist nicht geschützt.»

«Im Kinderhospiz ‹Alexander Hasenzwirn geht nach Hause› werden die betroffenen Kinder und deren Familien von verschiedenen Fachleuten begleitet», sagt die Homepage. «Das ist unser Plan», so Ayro. «Es ist ein Fehler in der Formulierung der Website, wenn der Eindruck entsteht, dass das Hospiz bereits existiert.»

«Bei uns ist diese Stiftung nicht eingetragen, es sind auch keine Stiftungsprojekte hängig», sagt Katja Zürcher-Mäder, Sprecherin der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht. Auf mehrfache schriftliche Anfrage hat der Beobachter von einer Hasenzwirn-Mitarbeiterin die Auskunft erhalten: «Wir sind noch keine Stiftung.» Das hindert die Stiftungsgründerin nicht, ein Stiftungsreglement, allerdings ohne Angabe eines Widmungsbetrags und ohne Unterschrift, zu verschicken.

Der Zirkuspfarrer weiss von nichts

In der Woche vor dem Konzert fand in der Stiftskirche Zofingen die Eröffnungsfeier der Kinderseelengalerie Alexander Hasenzwirn statt. Urs Plüss, Präsident der Kirchenkommission, hat vergünstigtes Gastrecht in der Kirche gewährt, weil ihm schriftlich angekündigt worden war, dass der bekannte Zirkuspfarrer Ernst Heller durch den Abend führen werde. Heller allerdings sagt, dass er nie mit den Verantwortlichen gesprochen habe.

Bereits vor einem Jahr hatte Birgitta Setz, Geschäftsführerin der Kinderkrebshilfe Schweiz, das Gespräch mit Barbara Ayro gesucht – «ich bekomme laufend Anrufe von irritierten Eltern». Ayro sagt, sie habe den Termin nicht einhalten können, da sie krebskrank sei und wiederholt ins Spital musste. Inzwischen hat sie den Kontakt aber wiederhergestellt.

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Das am schlecht besuchten Konzert eingenommene Geld liegt auf einem Sperrkonto, bis die Stiftung offiziell gegründet ist, sagt die Organisatorin des Anlasses.